Rat einholen: Was eine Konsultation allein noch nicht verändert

In Basel kann eine Entscheidung eine Führungskraft aus der Pharmaindustrie, eine Fachperson für Rheinlogistik und ein internationales F&E-Team einbeziehen. Die präzise Managementfrage lautet: Wie lässt sich überprüfen, ob ihre Empfehlungen zum Urteil beitragen, statt eine bereits gefasste Entscheidung lediglich zu begleiten?
Was die Literatur belegt
Ilan Yaniv und Eli Kleinberger (2000, Organizational Behavior and Human Decision Processes) zeigen anhand von Schätzaufgaben, dass Teilnehmende ihrem eigenen Urteil mehr Gewicht geben als einem erhaltenen Rat. Ihre Experimente untersuchen auch, wie sich der Ruf einer beratenden Person aufgrund ihrer Leistungen entwickelt. Sie belegen eine nützliche Unterscheidung: Informationen zu erhalten und sie in die eigene Schätzung einzubeziehen sind zwei verschiedene Vorgänge.
Die Asymmetrie zwischen eigener Begründung und erhaltenem Rat
Ein vorgeschlagener Mechanismus ist der ungleiche Zugang zu Begründungen: Wer entscheidet, kennt die Gründe für die eigene Schätzung, aber nicht unbedingt jene der beratenden Person. Silvia Bonaccio und Reeshad S. Dalal (2006, Organizational Behavior and Human Decision Processes) ordnen diese Erklärung in einen Literaturüberblick zur Nutzung von Rat ein, der unter anderem Merkmale der entscheidenden Person, der beratenden Person und der Aufgabe berücksichtigt. Die einem Rat zugeschriebene Glaubwürdigkeit lässt sich deshalb nicht auf seine objektive Qualität reduzieren.

Der voreilige Schluss
Daraus könnte man ableiten, erhaltenen Empfehlungen stärker folgen zu müssen. Das würde Offenheit für Rat mit Entscheidungsqualität verwechseln: Ein schlecht informierter Rat oder eine Empfehlung auf derselben Datengrundlage wie das ursprüngliche Urteil ist nicht zwingend ein unabhängiger Beitrag. Entscheidend ist, zu verstehen, was eine Anpassung rechtfertigt, und nicht, die Übereinstimmung mit der beratenden Person zu belohnen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was sich aus den Daten nicht vorschreiben lässt
Experimentelle Schätzaufgaben bilden die Komplexität pharmazeutischer Entscheidungen mit ihren regulatorischen Vorgaben, spezialisierten Kenntnissen und formellen Verantwortlichkeiten nicht vollständig ab. Auch ein Literaturüberblick liefert kein allgemeingültiges Gewicht für jede Empfehlung. Ein unverändertes Urteil beweist zudem nicht, dass ein Rat ignoriert wurde: Er kann geprüft und aus einem sachlich relevanten Grund verworfen worden sein.
Eine überprüfbare Praxis in Basel
Im Rahmen des SHR-Programms « Prise de décision » könnte ein Basler Life-Sciences-Team ein Protokoll für operative Prognosen ohne direkte Sicherheitsrelevanz erproben, etwa für das Ankunftsdatum von F&E-Material, das über die Rheinlogistik transportiert wird. Vor der Konsultation einer Kontaktperson im internationalen Team würde die verantwortliche Führungskraft ihre Schätzung festhalten, danach den erhaltenen Rat, die endgültige Schätzung und den Grund für die Beibehaltung oder Anpassung ihres Urteils. Über einen vorab festgelegten Zeitraum würde das Team den Anteil der Schätzungen messen, die sich dem Rat angenähert haben, und nach Vorliegen der tatsächlichen Ankunftsdaten den mittleren absoluten Fehler vor und nach der Konsultation vergleichen. Damit liessen sich die Nutzung und der beobachtete Nutzen des Rats überprüfen, ohne bereits einen kausalen Effekt der Konsultation nachzuweisen. Weiterführend: entdecken Sie die Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Basel, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Entscheidungsfindung in Basel



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