Anspruchsvolle Ziele: Was Führungskräfte beobachtbar machen müssen

Im Programm «Leadership d'excellence» von SHR — Swiss Human Resources sollte Zielsetzung mehr sein als eine Formulierungsübung. Die konkrete Führungsfrage lautet: Wie lässt sich ein anspruchsvolles Ziel mit einer Rückmeldung verbinden, die dem Team tatsächlich hilft, Fortschritte zu erzielen?
Was die Forschung belegt
Edwin A. Locke und Gary P. Latham (2002, American Psychologist) fassen Forschungsarbeiten zusammen, nach denen spezifische, schwierige Ziele im Allgemeinen zu besseren Leistungen führen als die Aufforderung, sein Bestes zu geben. Dieser Zusammenhang hängt unter anderem von den Fähigkeiten, der Zielbindung und dem Zugang zu Informationen über den Fortschritt ab. Ein Ziel entfaltet seine Wirkung deshalb nicht allein dadurch, dass es auf einem Dashboard steht.
Rückmeldungen verbessern das Handeln nicht automatisch
Avraham N. Kluger und Angelo DeNisi (1996, Psychological Bulletin) zeigen in ihrer Metaanalyse, dass Feedbackinterventionen die Leistung nicht durchgängig verbessern und sie auch verschlechtern können. Ihr theoretischer Rahmen legt nahe, dass die Wirkung unter anderem davon abhängt, wohin das Feedback die Aufmerksamkeit lenkt: auf die Aufgabe oder auf selbstbezogene Anliegen. Eine Prozessabweichung zu beschreiben und ein pauschales Urteil über eine Person abzugeben, sind für eine Führungskraft deshalb keine gleichwertigen Interventionen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass strengere Zielvorgaben und häufigere Rückmeldungen ausreichen. Diese Arbeiten rechtfertigen jedoch weder eine automatische Steigerung der Anforderungen noch eine allgemein gültige Feedbackhäufigkeit. Bei neuen oder komplexen Aufgaben kann es sinnvoller sein, den Lernbedarf und mögliche Vorgehensweisen zu klären, statt sofort die Ergebnisanforderungen zu erhöhen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht vorgeben
Eine Übersicht zur Zielsetzungsforschung und eine Metaanalyse zum Feedback validieren kein einheitliches Vorgehen für ein Freiburger Unternehmen. Auch in der gängigen Praxis bleibt eine entscheidende Frage oft ungeklärt: Verfügt die mitarbeitende Person tatsächlich über die Mittel, das zu beeinflussen, was die Kennzahl misst? Ohne diese Prüfung dokumentiert die Fortschrittskontrolle möglicherweise eine Abweichung, ohne deren Verringerung zu ermöglichen.
Eine überprüfbare Praxis in Freiburg
Als vorgeschlagene Übung für «Leadership d'excellence» könnte ein Team der Lebensmittelwirtschaft, eine zweisprachige Industriewerkstatt oder ein Projektteam am Hochschulstandort Freiburg ein operatives Ziel während vier Wochen verfolgen, ohne Qualitäts- oder Sicherheitsanforderungen zu verändern. Bei jeder Standortbestimmung werden die beobachtete Abweichung, eine vom Team beeinflussbare Korrekturmassnahme und ein Prüftermin festgehalten; in einem zweisprachigen Team wird zusätzlich geprüft, ob die Arbeitsanweisung auf Deutsch und Französisch übereinstimmend verstanden wird. Anschliessend wird der Anteil der Standortbestimmungen mit allen drei Elementen ermittelt und am vorgesehenen Termin geprüft, ob die jeweilige Massnahme umgesetzt wurde und sich die Kennzahl verändert hat. Diese Dokumentation macht die Praxis überprüfbar, ohne eine mögliche Verbesserung allein auf die Führung zurückzuführen. Weiterführend: entdecken Sie die Executive Leadership-Weiterbildung in Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Executive Leadership in Freiburg



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