Forschung 2026-07-12 Entscheidungsfindung Lausanne

Weniger Optionen: Was sich aus der Forschung ableiten lässt

Weniger Optionen: Was sich aus der Forschung ableiten lässt — SHR, Lausanne
Weniger Optionen: Was sich aus der Forschung ableiten lässt — SHR, Lausanne

In Lausanne müssen Führungskräfte aus Medtech, Hochschulen, internationalen Sportorganisationen und Scale-ups der Genferseeregion regelmässig zwischen konkurrierenden Lösungen entscheiden. Die präzise Managementfrage lautet: Erleichtert eine geringere Zahl vorgelegter Optionen die Entscheidung, ohne eine relevante Lösung auszuschliessen?

Was die Forschung belegt

Sheena S. Iyengar und Mark R. Lepper (2000, Journal of Personality and Social Psychology) zeigten in mehreren Experimenten, dass ein umfangreiches Angebot mehr Interesse wecken konnte, zugleich aber seltener zu einer Wahl führte als ein kleineres Angebot. Ihre Ergebnisse betreffen je nach Experiment unter anderem Kaufverhalten, die Beschäftigung mit einer Aufgabe und Zufriedenheit. Sie belegen, dass eine Überlastung durch Auswahl auftreten kann, nicht aber einen universellen Zusammenhang zwischen der Zahl der Optionen und der Schwierigkeit einer Entscheidung.

Was die Zusammenführung der Studien zeigt

Benjamin Scheibehenne, Rainer Greifeneder und Peter M. Todd (2010, Journal of Consumer Research) untersuchten diesen Effekt in einer Metaanalyse. Der durchschnittliche Effekt lag praktisch bei null, bei erheblichen Unterschieden zwischen den Studien. Diese Synthese bestreitet nicht, dass bestimmte Angebote Schwierigkeiten verursachen: Sie zeigt, dass diese Schwierigkeiten nicht systematisch aus deren Umfang folgen.

Weniger Optionen: Was sich aus der Forschung ableiten lässt — SHR, Lausanne — Vaud
Weniger Optionen: Was sich aus der Forschung ableiten lässt — SHR, Lausanne — Vaud

Der vorschnelle Schluss

Daraus könnte man ableiten, dass ein Gremium stets eine kurze Auswahlliste erhalten sollte. Das würde eine gelegentlich hilfreiche Massnahme mit einer allgemeinen Regel verwechseln und übersehen, dass bereits die Vorauswahl die Entscheidung lenkt. Eine kurze Liste kann den Vergleich erleichtern und zugleich eine relevante Lösung ausschliessen: Eine Wahl zu erleichtern und ihre Qualität zu verbessern sind unterschiedliche Ziele. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Was diese Daten offenlassen

Die untersuchten Situationen bilden weder eine regulatorische Abwägung im Medtech-Bereich noch die Wahl einer Hochschulpartnerschaft oder eine Entscheidung in einer Sportorganisation unmittelbar ab. Diese Arbeiten liefern weder eine optimale Zahl von Optionen für eine Geschäftsleitung noch einen Nachweis dafür, dass eine Vorauswahl strategische Ergebnisse verbessert. In der Praxis sollten deshalb die Ausschlusskriterien dokumentiert werden, statt die Kürze einer Entscheidungsunterlage als Qualitätsmerkmal zu behandeln.

Eine überprüfbare Praxis in Lausanne

Im Rahmen des SHR-Programms zur Entscheidungsfindung könnte ein Lausanner Team als Übung vier Wochen lang vergleichbare, wiederkehrende Entscheidungen verfolgen und dabei zwischen vollständigen Unterlagen und einer anhand schriftlicher Kriterien erstellten Vorauswahl wechseln, wobei ausgeschlossene Optionen weiterhin zugänglich bleiben. Für jedes Format wäre der Anteil vertagter Entscheidungen an allen behandelten Entscheidungen zu berechnen und jede Wiederaufnahme einer ausgeschlossenen Option festzuhalten. Diese lokale Überprüfung würde allein keinen kausalen Effekt belegen, könnte aber zeigen, ob die Vorauswahl mit weniger Vertagungen einhergeht oder regelmässig eine erneute Öffnung der Auswahl erfordert. Weiterführend: entdecken Sie die Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Lausanne, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Entscheidungsfindung in Lausanne

Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Lausanne — in der Praxis
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Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Lausanne — Praxis-Workshop
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Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Lausanne — vor Ort
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