Forschung 2026-04-16 KI im Arbeitsalltag Bern

IA on the job: mehr Ideen oder mehr Varianten?

IA on the job: mehr Ideen oder mehr Varianten? — SHR, Bern
IA on the job: mehr Ideen oder mehr Varianten? — SHR, Bern

Im Programm «IA on the job» von SHR — Swiss Human Resources wirft der Einsatz von KI zur Vorbereitung eines Brainstormings eine konkrete Führungsfrage auf. Sollen generierte Vorschläge gleich zu Beginn eines Workshops gezeigt werden, oder sollten zuerst die unabhängig entwickelten Ideen der Teilnehmenden gesammelt werden?

Was die Literatur belegt

Michael Diehl und Wolfgang Stroebe (1987, Journal of Personality and Social Psychology) untersuchten, weshalb Brainstorminggruppen weniger Ideen hervorbringen als einzeln arbeitende Personen, deren Vorschläge anschliessend zusammengeführt werden. Ihre Experimente identifizieren die Produktionsblockierung — insbesondere die Unmöglichkeit, gleichzeitig zu sprechen — als eine wesentliche Erklärung für diesen Verlust. Dieser Befund betrifft die Organisation der Beteiligung, nicht die Wirksamkeit eines KI-Assistenten.

Wenn ein Beispiel zum Rahmen wird

David G. Jansson und Steven M. Smith (1991, Design Studies) zeigten bei Entwurfsaufgaben, dass die Betrachtung eines Beispiels dazu führen konnte, dass Teilnehmende bestimmte Merkmale übernahmen, auch problematische. Ein sichtbarer Vorschlag liefert somit nicht nur Inhalt: Er kann auch prägen, was anschliessend erdacht wird. Eine zu Beginn eingeblendete KI-Liste könnte diese Rolle übernehmen; diese Übertragung bleibt jedoch eine Hypothese.

IA on the job: mehr Ideen oder mehr Varianten? — SHR, Bern — Berne
IA on the job: mehr Ideen oder mehr Varianten? — SHR, Bern — Berne

Der vorschnelle Schluss

Daraus abzuleiten, KI müsse aus kreativen Workshops ausgeschlossen werden, wäre überzogen. Die beiden Arbeiten legen vielmehr nahe, zwei Probleme auseinanderzuhalten: allen einen Beitrag zu ermöglichen und zu verhindern, dass ein einziges Beispiel sämtliche Beiträge prägt. Ein Workshop kann das erste Problem durch individuelles Schreiben lösen und das zweite dennoch beibehalten, wenn alle von derselben generierten Liste ausgehen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Was die Daten nicht versprechen können

Diese Studien befassen sich weder mit heutigen generativen Assistenten noch mit Berner Organisationen. Sie belegen nicht, dass ein unabhängig entwickelter Beitrag in jedem Berufsfeld besser, umsetzbarer oder origineller ist. Auch das Zählen der Vorschläge genügt nicht: Mehrere Formulierungen können genau dieselbe Veränderung beschreiben.

Eine überprüfbare Praxis in Bern

Im Rahmen von «IA on the job» lässt sich in Bern eine Übung vorschlagen, die anhand eines fiktiven Falls zwei Abläufe vergleicht: eine KI-Liste vor den Beiträgen der Teilnehmenden zeigen oder zuerst individuelle Beiträge sammeln und danach dieselbe Liste zeigen. Der Fall kann den Empfang in der Bundesverwaltung, eine Kampagne im Bereich der öffentlichen Gesundheit, den Telekom-Support oder eine Übergabe in der Präzisionsindustrie betreffen, ohne sensible Daten zu verwenden. Bei vergleichbarer Dauer und Gruppengrösse ordnen Beurteilende, die den jeweiligen Ablauf nicht kennen, die anonymisierten Vorschläge anhand eines vorab festgelegten fachlichen Rasters ein; anschliessend werden die unterschiedlichen Lösungskategorien sowie die als umsetzbar beurteilten Kategorien gezählt. Der beobachtete Unterschied ist ein lokaler Indikator, der erneut geprüft werden sollte, kein Beweis für die allgemeine Überlegenheit einer Reihenfolge. Weiterführend: entdecken Sie die KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: KI im Arbeitsalltag in Bern

KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Bern — in der Praxis
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KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Bern — Praxis-Workshop
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KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Bern — vor Ort
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