Sitzungen: was die Forschung über ihre Wirksamkeit sagt

Kritik an Sitzungen ist ein Klassiker. Die Forschung verschiebt die Frage: weniger „wie viele Sitzungen?“ als „was geschieht während sie stattfinden?“.
Die empfundenen Kosten
Steven Rogelberg und Kollegen (2006, Journal of Applied Psychology) zeigen, dass die Sitzungslast mit Ermüdung und Überlastungsgefühl zusammenhängt, besonders bei Personen mit starker Orientierung an eigenen Zielen. Der Effekt hängt davon ab, wie nützlich Sitzungen wahrgenommen werden.
Was die Beobachtung zeigt
Simone Kauffeld und Nale Lehmann-Willenbrock (2012, Small Group Research) haben gefilmte Teamsitzungen kodiert. Lösungsorientiertes Verhalten (vorschlagen, strukturieren) geht mit Zufriedenheit und später mit Erfolgsindikatoren einher; Jammern und Abschweifen wirken entgegengesetzt.

Die Grenzen dieser Befunde
Die Studien sind weitgehend korrelativ und beruhen auf bestimmten Stichproben, vor allem in Deutschland. Sie belegen nicht, dass eine einzelne Regel – Traktandenliste, feste Dauer – genügt. Sie zeigen, wo man hinschauen sollte. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was daraus für die Führung folgt
Die Zahl der Sitzungen mechanisch zu senken, behandelt das Symptom. Der am besten gestützte Hebel ist die interne Dynamik: klares Ziel, Raum für Vorschläge und eine Leitung, die Abschweifungen zu einer Entscheidung zurückführt.
Eine praktische, intern überprüfbare Folgerung
Für die fünf wiederkehrenden Sitzungen einer Woche in einer Zeile die erzielte Entscheidung oder Massnahme notieren. Wer zweimal hintereinander nichts hervorbringt, wird neu definiert oder gestrichen. Diese Diagnose machen wir mit Berner Teams vor jeder Arbeit am Kalender. Weiterführend: entdecken Sie die Zeitmanagement & Priorisierung-Weiterbildung in Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Zeitmanagement & Priorisierung in Bern



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