Feedback zum Projektabschluss: Was bleibt für das nächste Projekt?

Am Ende eines Projekts können Teams meist benennen, was gut und was weniger gut funktioniert hat. Die Führungsfrage ist präziser: Wie lässt sich dieses Feedback so gestalten, dass eine Erkenntnis im nächsten Projekt tatsächlich erprobt wird?
Was die Forschung belegt
Scott I. Tannenbaum und Christopher P. Cerasoli (2013, Human Factors) haben die Forschung zu individuellen und teambezogenen Debriefings zusammengefasst und im Durchschnitt einen positiven Leistungseffekt festgestellt. Solche Verfahren gehen über das Entgegennehmen einer Einschätzung hinaus: Sie strukturieren die Reflexion über Erfahrungen, um späteres Handeln vorzubereiten. Dieser Befund spricht für einen strukturierten Rückblick, nicht für jedes Gespräch nach einem Projekt.
Erfahrungen vergleichen statt eine Liste erstellen
Shmuel Ellis und Iris Davidi (2005, Journal of Applied Psychology) untersuchten Einsatznachbesprechungen im Rahmen einer militärischen Ausbildung. Ihre Ergebnisse sprechen dafür, Erfolge ebenso wie Misserfolge zu analysieren, statt ausschliesslich Misserfolge zu untersuchen. Als Mechanismus wird die Weiterentwicklung mentaler Modelle vorgeschlagen: Der Rückblick hilft zu präzisieren, unter welchen Bedingungen eine bestimmte Vorgehensweise funktioniert.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass bei jedem Projektabschluss lediglich ein Debriefing ergänzt werden muss. Ein positiver durchschnittlicher Effekt belegt jedoch weder die Gleichwertigkeit aller Formate noch die Übertragbarkeit einer formulierten Erkenntnis auf eine andere Situation. Eine Empfehlung wie «die Teams besser koordinieren» bleibt eine Absicht, solange sie keine konkrete Handlung und deren Anwendungsbedingungen benennt. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht garantieren
Die zusammengefassten Studien betreffen unterschiedliche Aufgaben, Teilnehmende und Verfahren; die militärische Studie belegt nicht unmittelbar, was in einem Lausanner Unternehmen geschehen würde. Eine Verbesserung bei einer bewerteten Aufgabe garantiert keinen Transfer auf ein anderes Projekt mit anderen Rahmenbedingungen. In der Praxis reichen deshalb weder die Zufriedenheit mit dem Rückblick noch die Anzahl dokumentierter Erkenntnisse als Lernnachweis aus.
Eine überprüfbare Praxis in Lausanne
In Lausanne kann das SHR-Programm «L'art du feedback» einen Projektrückblick aus einem Medtech-Unternehmen, einer Hochschule, einer internationalen Sportorganisation oder einem Scale-up der Genferseeregion als Übung nutzen. Das vorgeschlagene Vorgehen verknüpft jede ausgewählte Erkenntnis mit einer beobachtbaren Handlung, einer verantwortlichen Person und einer konkreten Gelegenheit zur Erprobung im nächsten Projekt. Beim folgenden Rückblick wird der Anteil der tatsächlich erprobten Handlungen an jenen berechnet, für die sich eine Testgelegenheit ergeben hat; verlangt wird ein datierter Nachweis statt einer Absichtserklärung. Diese Kennzahl überprüft den Übergang vom Feedback zur Erprobung, ohne für sich allein eine Leistungssteigerung zu belegen. Weiterführend: entdecken Sie die Die Kunst des Feedbacks-Weiterbildung in Lausanne, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Die Kunst des Feedbacks in Lausanne



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