Waadt — Führen durch Einfluss: Wie lassen sich Zielkonflikte fachübergreifend prüfen?

Der Kanton Waadt vereint die EPFL und die UNIL, Medtech, Hauptsitze von Lebensmittelkonzernen an der Riviera und ein dichtes Netz von KMU, ergänzt durch rasch wachsende Scale-ups im Genferseeraum und etablierte Organisationen im Wandel. In diesem auch vom internationalen Sport geprägten Umfeld stellt das Programm «Manager par influence» eine präzise Frage: Wie können unterschiedliche Fachbereiche einen Zielkonflikt prüfen, wenn sie dessen Folgen unterschiedlich bewerten?
Was die Forschung belegt
Paul Carlile (2002, Organization Science) untersucht Wissensgrenzen zwischen Fachbereichen in der Entwicklung neuer Produkte. Seine Studie zeigt, dass die Schwierigkeiten nicht allein im Wortschatz liegen: Wissen ist mit Praktiken und Interessen verbunden, die durch Zusammenarbeit infrage gestellt werden können. Gemeinsame Hilfsmittel, etwa Produktdarstellungen, können helfen, diese Abhängigkeiten sichtbar zu machen und ihre Folgen zu bearbeiten.
Ein ergänzender Mechanismus: Probleme ansprechen können
Amy Edmondson (1999, Administrative Science Quarterly) weist einen Zusammenhang zwischen psychologischer Sicherheit im Team und Lernverhalten nach. Diese Sicherheit bezeichnet die gemeinsame Überzeugung, dass im Team zwischenmenschliche Risiken eingegangen werden können, etwa indem man einen Fehler anspricht oder um Hilfe bittet. Ein gemeinsames Hilfsmittel allein reicht daher möglicherweise nicht: Die Beteiligten müssen auch eine Annahme hinterfragen können, ohne negative Folgen für ihre Arbeitsbeziehungen befürchten zu müssen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, es genüge, die Fachbereiche vor einer Übersicht zu versammeln und alle zur Wortmeldung einzuladen. Ein solches Rezept belegen diese Arbeiten nicht: Sichtbare Rahmenbedingungen beseitigen weder unterschiedliche Interessen noch die Notwendigkeit einer Abwägung. Führen durch Einfluss bedeutet vielmehr, einen Vorschlag prüfbar und veränderbar zu machen, ohne jeden Einwand als mangelnde Unterstützung auszulegen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht versprechen können
Carliles Studie befasst sich mit Produktentwicklung, während Edmondson Teams in einem Industrieunternehmen untersucht; keine der beiden Arbeiten untersucht Waadtländer Organisationen. Ihre Anwendung auf eine Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Medtech, ein Scale-up oder eine internationale Sportorganisation bleibt eine Übertragung, die erprobt werden muss. Sie rechtfertigen nicht das Versprechen, eine offenere Diskussion führe automatisch zu einer schnelleren oder fachlich besseren Entscheidung.
Eine überprüfbare Praxis in Lausanne
In Lausanne könnte eine Übung im Programm «Manager par influence» einen hypothetischen Medtech-Fall mit Hochschulbeteiligung aufgreifen, in dem Markteinführung, wissenschaftliche Validierung und regulatorische Anforderungen gegeneinander abzuwägen sind. Vor dem Austausch hält jeder Fachbereich auf einem gemeinsamen Blatt eine Rahmenbedingung, eine erwartete Folge des Vorschlags und einen möglichen Grund für dessen Überarbeitung fest; danach wird für jeden Einwand dokumentiert, ob er zu einer Änderung, einem zugewiesenen Prüfauftrag oder einer begründeten Ablehnung geführt hat. Gemessen wird der Anteil der erfassten Einwände mit einer solchen ausdrücklichen Bearbeitung, wobei die Fassungen vor und nach dem Austausch aufbewahrt werden: Das prüft die Nachvollziehbarkeit der Auseinandersetzung, nicht die endgültige Entscheidungsqualität. Weiterführend: entdecken Sie die Führen durch Einfluss-Weiterbildung in Lausanne im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Führen durch Einfluss in Lausanne



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