Sollte man in Lugano auch zu korrekter Arbeit Feedback geben?

Ein regelkonformes Dossier oder eine richtige Antwort zeigt nicht immer, ob Mitarbeitende ihr Vorgehen tatsächlich beherrschen. Die präzise Führungsfrage lautet: Sollte man auf korrekte Arbeit zurückkommen, wenn die Person unsicher ist, weshalb ihr Ergebnis richtig war?
Was die Forschung belegt
Andrew C. Butler, Jeffrey D. Karpicke und Henry L. Roediger III (2008, Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition) untersuchten die Wirkung von Feedback auf richtige Antworten, die mit unterschiedlicher Sicherheit gegeben wurden. In ihren Experimenten verbesserte Feedback das spätere Behalten jener Antworten, die zunächst richtig, aber mit geringer Sicherheit gegeben worden waren. Eine Rückmeldung kann somit nicht nur eine falsche Antwort korrigieren, sondern auch Wissen festigen, an dem eine Person zweifelt.
Bestätigen ist nicht einfach Loben
Valerie J. Shute (2008, Review of Educational Research) unterscheidet in ihrem Überblick zum formativen Feedback zwischen der Bestätigung der Richtigkeit und Informationen, die eine Antwort erläutern oder vertiefen. Für Führungskräfte legt diese Unterscheidung nahe, «Das ist richtig» von «Dieses Kriterium macht die Arbeit korrekt» zu trennen. Die erste Botschaft vermittelt eine Beurteilung, die zweite einen nutzbaren Bezugspunkt, ohne dass ihre Überlegenheit in jeder Situation gesichert wäre.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, jede gelungene Arbeit kommentieren zu müssen. Die Ergebnisse rechtfertigen weder diese Verallgemeinerung noch häufigeres Loben: Hier geht es um das Erlernen einer richtigen Antwort, nicht um Anerkennung im Allgemeinen. Eine engere Folgerung ist, unsichere Erfolge zu erkennen und zu prüfen, ob eine Rückmeldung zum massgeblichen Kriterium ihre Wiederholung erleichtert. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht versprechen können
Die genannten Experimente betreffen Wissensaufgaben, nicht die Bearbeitung von Bankdossiers oder Entscheidungen in einem Familienunternehmen. Im Arbeitsalltag kann ein scheinbar richtiges Ergebnis von fremder Hilfe oder günstigen Umständen abhängen; eine Aussage zur eigenen Sicherheit belegt noch keine Beherrschung der Aufgabe. Deshalb muss eine weitere vergleichbare Ausführung beobachtet werden, statt die Zustimmung im Gespräch als Lernnachweis zu werten.
Eine überprüfbare Praxis in Lugano
Im Rahmen des Programms «L'art du feedback» von SHR — Swiss Human Resources könnte eine lokale Übung anonymisierte Fälle verwenden: Dokumentenprüfung in einer Bank, Auftragskonformität in der Modebranche, Prüfung einer Vertragsklausel im Handel oder Anwendung eines Verfahrens in einem italienischsprachigen Familien-KMU. Bei Übungsfällen mit überprüfbarer Lösung antworten die Teilnehmenden auf Italienisch und geben an, ob sie sicher oder unsicher sind; ihre unsicheren richtigen Antworten werden anschliessend zufällig entweder einer Bestätigung des Kriteriums oder einer erst nach der Auswertung erfolgenden Rückmeldung zugeteilt. Eine Woche später werden gleichwertige Fälle ohne Hilfe bearbeitet und die Anteile richtiger Antworten unter beiden Bedingungen verglichen, wobei Fallzahlen und Bewertungsregeln dokumentiert bleiben. Dieser lokale Test würde die erneute Anwendung des Gelernten prüfen, ohne sicherheits- oder compliancerelevante Rückmeldungen zur tatsächlichen Arbeit aufzuschieben. Weiterführend: entdecken Sie die Die Kunst des Feedbacks-Weiterbildung in Lugano im Kanton Tessin, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Die Kunst des Feedbacks in Lugano



- die kunst des feedbacks
- Lugano
- forschung
- Weiterbildung lugano
