Forschung 2024-06-26 Weibliche Führung Basel

Leadership für Frauen im Kanton Basel-Stadt: Wie werden Beiträge zu gemeinsamen Projekten sichtbar?

Leadership für Frauen im Kanton Basel-Stadt: Wie werden Beiträge zu gemeinsamen Projekten sichtbar? — SHR, Basel
Leadership für Frauen im Kanton Basel-Stadt: Wie werden Beiträge zu gemeinsamen Projekten sichtbar? — SHR, Basel

Im Kanton Basel-Stadt arbeiten in der Pharma- und Life-Sciences-Industrie hochqualifizierte, internationale Forschungsteams, deren Alltag durch die Grenzlage zu Deutschland und Frankreich geprägt ist. Für das SHR-Programm «Leadership für Frauen» stellt sich eine konkrete Frage: Wie lassen sich Beiträge zu gemeinsamen Projekten dokumentieren, ohne Zusammenarbeit in einen Wettbewerb um Sichtbarkeit zu verwandeln?

Was die Forschung belegt

Madeline E. Heilman und Michelle C. Haynes (2005, Journal of Applied Psychology) zeigen experimentell, dass bei einer männlich konnotierten Aufgabe der Erfolg eines gemischtgeschlechtlichen Teams dazu führen kann, dass der Frau weniger Kompetenz und weniger Anteil am Erfolg zugeschrieben werden als ihrem männlichen Partner. Diese Abwertung tritt auf, wenn die individuellen Beiträge unklar bleiben; Informationen, die individuelle Leistungen unterscheidbar machen, können sie verringern. Der Befund betrifft somit die Bedingungen der Zuschreibung von Verdiensten und nicht einen Unterschied in der Führungsfähigkeit.

Ein zweiter Mechanismus: wissen, wer was weiss

Kyle Lewis (2003, Journal of Applied Psychology) entwickelt und validiert ein Messinstrument für transaktive Gedächtnissysteme, die beschreiben, wie ein Team das auf seine Mitglieder verteilte Wissen organisiert. Spezialisierung, die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Expertise und Koordination bilden die zentralen Dimensionen. Die Arbeit untersucht keine Geschlechterungleichheiten, hilft aber, die Sichtbarkeit von Expertise von der blossen Häufigkeit der Wortmeldungen zu unterscheiden.

Leadership für Frauen im Kanton Basel-Stadt: Wie werden Beiträge zu gemeinsamen Projekten sichtbar? — SHR, Basel — Bâle-Ville
Leadership für Frauen im Kanton Basel-Stadt: Wie werden Beiträge zu gemeinsamen Projekten sichtbar? — SHR, Basel — Bâle-Ville

Der voreilige Schluss

Daraus könnte man ableiten, dass Frauen ihre Erfolge einfach stärker kommunizieren müssten. Damit würde ein Problem auf Einzelpersonen verlagert, das auch mit den Informationen zusammenhängt, die Führungskräfte erheben und nutzen. Zu dokumentieren, wer eine Hypothese formuliert, eine Methode validiert oder ein Schnittstellenproblem gelöst hat, ermöglicht eine Diskussion über Beiträge, ohne Selbstvermarktung zu deren wichtigstem Indikator zu machen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Die Grenzen der Daten und der gängigen Praxis

Ein Experiment zur Zuschreibung von Verdiensten erlaubt keine Schätzung des Ausmasses dieses Phänomens in Basler Unternehmen, und eine Messung des transaktiven Gedächtnisses belegt nicht die Wirksamkeit einer Gleichstellungsmassnahme. Internationale F&E-Projekte umfassen zudem voneinander abhängige Beiträge, deren individuelle Zuordnung diskutierbar bleibt. Ein Verzeichnis kann selbst sichtbare Arbeitsergebnisse bevorzugen und Wissenstransfer oder grenzüberschreitende Koordination übersehen; seine Einträge müssen deshalb hinterfragbar und revidierbar bleiben.

Eine überprüfbare Praxis in Basel

Eine Übung im SHR-Programm «Leadership für Frauen» kann einen hypothetischen Basler Fall aufgreifen: ein Life-Sciences-Projekt, das ein internationales F&E-Team mit Partnern aus der Rheinlogistik verbindet. Während eines Projektzyklus wird zu jedem Meilenstein eine gemeinsame Notiz erstellt, die das Ergebnis, wissenschaftliche und koordinierende Beiträge, die Beitragenden sowie überprüfbare Belege festhält; die Betroffenen können sie korrigieren. Beim Projektabschluss wird der Anteil der Meilensteine berechnet, deren Notizen vollständig und von den jeweiligen Beitragenden bestätigt sind; zusätzlich werden weiterhin strittige oder fehlende Beiträge erfasst. Diese Messung prüft die Nachvollziehbarkeit der Anerkennung, nicht das Verschwinden von Verzerrungen oder die Fairness von Beförderungen. Weiterführend: entdecken Sie die Weibliche Führung-Weiterbildung in Basel im Kanton Basel-Stadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Weibliche Führung in Basel

Weibliche Führung-Weiterbildung in Basel — in der Praxis
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Weibliche Führung-Weiterbildung in Basel — Praxis-Workshop
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Weibliche Führung-Weiterbildung in Basel — vor Ort
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