Leadership für Frauen im Kanton Zürich: Wie lässt sich klären, welche Aspekte einer Stelle verhandelbar sind?

Im Kanton Zürich prägen Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Tech-Unternehmen und europäische Hauptsitze internationaler Konzerne ein Umfeld, in dem Teams häufig unter hohem Tempo und mit Englisch als Arbeitssprache zusammenarbeiten. Für das SHR-Programm «Leadership für Frauen» stellt sich deshalb eine konkrete Führungsfrage: Wie kann eine Führungskraft die Ressourcen ihrer Stelle aushandeln, ohne erst erraten zu müssen, was verhandelbar ist?
Was die Forschung belegt
Hannah Riley Bowles, Linda Babcock und Kathleen L. McGinn (2005, Journal of Personality and Social Psychology) zeigen, dass Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Verhandeln unter anderem von der Mehrdeutigkeit der Situation abhängen. Ihre Arbeiten weisen darauf hin, dass verfügbare Informationen über die Verhandlungsparameter diese Unterschiede verändern können. Sie beschreiben somit keine unveränderliche weibliche Fähigkeit, die eine Weiterbildung lediglich korrigieren müsste.
Die Rahmung kann den Einstieg in Verhandlungen beeinflussen
Deborah A. Small, Michele Gelfand, Linda Babcock und Hilary Gettman (2007, Journal of Personality and Social Psychology) zeigen experimentell, dass die Darstellung einer Handlung als «Verhandeln» oder als Möglichkeit, «zu fragen», den Geschlechterunterschied bei der Aufnahme dieser Handlung verändern kann. Der Mechanismus betrifft den Einstieg in den Austausch und nicht allein die Qualität der Argumente im laufenden Gespräch. Eine allgemeine Aufforderung zu Eigeninitiative kann daher offenlassen, ob ein konkretes Anliegen überhaupt als legitim gilt.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass Frauen lediglich häufiger Forderungen stellen sollten oder dass das Wort «Verhandlung» zu vermeiden sei. Diese Studien rechtfertigen es jedoch nicht, einen Kontexteffekt zu einem allgemeingültigen Rezept zu machen. Eine Führungsweiterbildung kann die Vorbereitung eines Anliegens behandeln, doch die Organisation muss auch die verhandelbaren Themen, die Entscheidungskriterien und die zuständige Entscheidungsperson benennen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Daten nicht belegen
Diese Arbeiten sind weder eine Untersuchung von Zürcher Unternehmen noch ein Nachweis zur Verhandlung über die Ausstattung einer Führungsstelle. Ihre Übertragung auf Budgets, Personalressourcen oder Entscheidungsautonomie bleibt eine zu prüfende Arbeitshypothese. In einem internationalen Team mit Englisch als Arbeitssprache ist zudem das Verständnis der Vorgaben zu überprüfen, statt aus einer einheitlichen Formulierung auf eine gemeinsame Interpretation zu schliessen.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Bei einem hypothetischen Stellenantritt in einer Zürcher Versicherung könnte eine Übung im Rahmen des SHR-Programms «Leadership für Frauen» darin bestehen, anhand eines Merkblatts ein Ressourcenanliegen vorzubereiten; das Merkblatt benennt verhandelbare Punkte, Einschränkungen und die entscheidungsbefugte Person. Vor und nach der Lektüre benennen die künftige Führungskraft und ihre vorgesetzte Person jeweils unabhängig voneinander die Punkte, die zur Diskussion stehen. Gemessen wird der Anteil der von beiden Personen gleich eingeordneten Punkte an allen geprüften Punkten; verbleibende Differenzen werden dokumentiert. Diese Überprüfung erfasst die Klarheit des gemeinsamen Verständnisses, nicht das Verschwinden von Ungleichheiten im Karriereverlauf. Weiterführend: entdecken Sie die Weibliche Führung-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Weibliche Führung in Zürich



- weibliche führung
- Zürich
- forschung
- Weiterbildung zürich
