Forschung 2025-01-30 Kommunikation Lausanne

Soll man in Lausanne Angst wecken, um Handeln auszulösen?

Soll man in Lausanne Angst wecken, um Handeln auszulösen? — SHR, Lausanne
Soll man in Lausanne Angst wecken, um Handeln auszulösen? — SHR, Lausanne

Soll eine Führungskraft bei der Kommunikation eines Risikos die Schwere der Folgen betonen, um präventives Handeln auszulösen? In Lausanne stellt sich diese Frage in Medtech-Unternehmen, Hochschulen, internationalen Sportorganisationen und Scale-ups der Genferseeregion, auch wenn ihre Rahmenbedingungen nicht austauschbar sind.

Was die Forschung belegt

Melanie B. Tannenbaum, Justin Hepler, Rick S. Zimmerman, Lindsey Saul, Stephanie Jacobs, Kristina Wilson und Dolores Albarracín (2015, Psychological Bulletin) haben experimentelle Studien zu Furchtappellen zusammengeführt. Im Durchschnitt fanden sie einen positiven Effekt auf die angestrebten Einstellungen, Absichten und Verhaltensweisen, der stärker ausfiel, wenn die Botschaften Aussagen zur Wirksamkeit der vorgeschlagenen Reaktion enthielten. Dies widerspricht der Annahme, dass der Hinweis auf eine Bedrohung zwangsläufig kontraproduktiv sei.

Eine Bedrohung erklärt noch nicht, wie man handeln soll

Kim Witte und Mike Allen (2000, Health Education & Behavior) unterscheiden in ihrer Metaanalyse zwischen präventionsfördernden Reaktionen und defensiven Reaktionen auf die Botschaft. Ihre Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig die Verbindung einer starken Bedrohung mit einer hohen wahrgenommenen Wirksamkeit ist; eine starke Bedrohung bei geringer wahrgenommener Wirksamkeit geht eher mit defensiven Reaktionen einher. Für Führungskräfte sind zwei Fragen entscheidend: Kann die vorgeschlagene Massnahme das Problem verhindern, und traut sich die angesprochene Person zu, sie umzusetzen?

Soll man in Lausanne Angst wecken, um Handeln auszulösen? — SHR, Lausanne — Vaud
Soll man in Lausanne Angst wecken, um Handeln auszulösen? — SHR, Lausanne — Vaud

Der vorschnelle Schluss

Daraus könnte man ableiten, es genüge, ein Risiko zu dramatisieren und anschliessend eine Anweisung hinzuzufügen. Diese Arbeiten belegen jedoch weder, dass eine stärkere Bedrohung immer vorzuziehen ist, noch, dass eine Anweisung das Handeln automatisch ermöglicht. Dokumentierte Folgen darzustellen ist nicht dasselbe, wie Schuldgefühle auszulösen: Der durchschnittliche Effekt eines Furchtappells rechtfertigt keine Einschüchterung durch Führungskräfte. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Was sich aus den Daten nicht übertragen lässt

Ein erheblicher Teil dieser Forschung betrifft Prävention und Gesundheit, nicht langfristige hierarchische Beziehungen am Arbeitsplatz. Eine nach dem Lesen einer Botschaft geäusserte Absicht ist zudem nicht mit einer unter Zeitdruck aufrechterhaltenen Praxis gleichzusetzen. Die Ergebnisse reichen deshalb nicht aus, um die Folgen wiederholter Warnungen für das Vertrauen in eine Führungskraft vorherzusagen oder das richtige Alarmniveau für ein Lausanner Team festzulegen.

Eine überprüfbare Praxis in Lausanne

In einem Workshop des SHR-Programms «Communication» in Lausanne könnte ein Team zwei Versionen eines nicht dringlichen Präventionshinweises vergleichen: dieselben Fakten zum Risiko, in der zweiten Version jedoch ergänzt um eine konkrete Handlung, ihren Nutzen und die Mittel zu ihrer Umsetzung. In einem Medtech-Unternehmen, einer Hochschule, einer Sportorganisation oder einem Scale-up könnte der Test die Meldung einer verdächtigen E-Mail betreffen, ohne vorgeschriebene Informationen wegzulassen. Bei zufälliger Zuteilung der Teilnehmenden zu den Versionen liesse sich messen, welcher Anteil die Meldung in einer Simulation korrekt ausführt; anschliessend würde separat erhoben, wie handlungsfähig sich die Personen fühlen. Dieses lokale Ergebnis würde keine dauerhafte Veränderung belegen, könnte aber zeigen, ob eine umsetzbare Handlung mehr bewirkt als der blosse Hinweis auf die Bedrohung. Weiterführend: entdecken Sie die Kommunikation-Weiterbildung in Lausanne im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Kommunikation in Lausanne

Kommunikation-Weiterbildung in Lausanne — in der Praxis
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Kommunikation-Weiterbildung in Lausanne — Praxis-Workshop
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Kommunikation-Weiterbildung in Lausanne — vor Ort
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