IA on the job: Was bleibt von einer Weiterbildung am Arbeitsplatz?

Eine überzeugende Demonstration kann die tägliche Praxis unverändert lassen. Für das SHR-Programm «IA on the job» lautet die konkrete Führungsfrage: Unter welchen Bedingungen lässt sich das in der Weiterbildung Gelernte am Arbeitsplatz auf einen anderen Fall übertragen?
Was die Literatur belegt
Timothy T. Baldwin und J. Kevin Ford (1988, Personnel Psychology) unterscheiden das Lernen während einer Weiterbildung von dessen Transfer: der Übertragung auf die Arbeit und der Aufrechterhaltung über die Zeit. Ihre Literaturübersicht ordnet die Einflussfaktoren den Merkmalen der Teilnehmenden, der Gestaltung der Weiterbildung und dem Arbeitsumfeld zu. Eine erfolgreich gelöste Übung ist damit ein Hinweis auf Lernen, aber kein Beleg für eine dauerhafte Anwendung.
Warum berufliches Vorwissen zählt
Wesley M. Cohen und Daniel A. Levinthal (1990, Administrative Science Quarterly) entwickeln das Konzept der Absorptionsfähigkeit: Vorwissen trägt dazu bei, den Wert neuer Informationen zu erkennen, sie aufzunehmen und anzuwenden. Dieser Ansatz betrifft Lernen und Innovation in Organisationen, nicht generative Assistenzsysteme. Als Arbeitshypothese auf KI übertragen, legt er nahe, Übungen mit beruflichem Wissen zu verbinden, statt ausschliesslich die Formulierung von Prompts zu vermitteln.

Der voreilige Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass es genügt, alle Mitarbeitenden anhand ihrer eigenen Dokumente zu schulen. Die Nähe zum Arbeitsalltag kann eine Übung erleichtern, ohne zu belegen, dass die Person das Vorgehen an eine andere Situation anpassen kann. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ein vertrautes Verfahren zu wiederholen, sondern zu wissen, wann es angemessen bleibt und wann es verändert werden muss. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Arbeiten nicht belegen
Diese Artikel erschienen vor der generativen KI und messen nicht die Wirksamkeit des Programms «IA on the job». Sie liefern einen Analyserahmen, keine Schätzung seiner Wirkungen. In der Praxis kann eine geringe Wiederverwendung auch auf fehlenden Zugang zu einem zugelassenen Tool, fehlende Zeit oder ungeeignete Aufgaben zurückgehen: Sie sofort einem Kompetenzdefizit zuzuschreiben, wäre verfrüht.
Eine überprüfbare Praxis in Lugano
In Lugano könnte SHR Führungskräften einer Bank, eines Modeunternehmens, einer Handelsfirma oder eines italienischsprachigen Familien-KMU zwei Wochen nach der Weiterbildung eine Überprüfung anbieten: anhand eines neuen, mit der Übung vergleichbaren Falls, der fiktiv oder für das verwendete Tool freigegeben ist. Eine Fachperson würde für jede teilnehmende Person anhand einer Arbeitsdokumentation auf Italienisch drei vorab festgelegte Kriterien prüfen: begründete Wahl des Vorgehens, Anpassung an den Fall und dokumentierte Ergebniskontrolle, ohne Anleitung durch die Kursleitung. Die Kennzahl wäre der Anteil der Teilnehmenden, die alle drei Kriterien erfüllen, unter jenen, die tatsächlich Gelegenheit zur Bearbeitung hatten; Personen ohne entsprechende Gelegenheit würden separat erfasst. Diese Erhebung würde einen zeitnahen Transfer dokumentieren, für sich genommen aber weder eine kausale Wirkung der Weiterbildung noch eine dauerhafte Anwendung belegen. Weiterführend: entdecken Sie die KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Lugano, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI im Arbeitsalltag in Lugano



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