Projektmanagement: Verbessert eine Prämie für Arbeitsergebnisse die Qualität?

In einem Projekt kann eine an Arbeitsergebnisse gekoppelte Prämie den Eindruck vermitteln, eine allgemeine Erwartung in eine konkrete Verpflichtung zu übersetzen. Die präzisere Führungsfrage lautet: Verbessert diese Prämie die Arbeitsqualität oder vor allem die ausdrücklich belohnte Produktion?
Was die Forschung belegt
Edward L. Deci, Richard Koestner und Richard M. Ryan (1999, Psychological Bulletin) haben Experimente zu den Auswirkungen extrinsischer Belohnungen auf die intrinsische Motivation zusammengefasst. Bestimmte erwartete, an Bedingungen geknüpfte materielle Belohnungen verringern anschliessend die freiwillige Beschäftigung mit einer ursprünglich interessanten Tätigkeit. Dieser Befund betrifft die Motivation nach der Belohnung und bedeutet nicht, dass jede Prämie unmittelbar die Leistung verschlechtert.
Der Unterschied zwischen Menge und Qualität
Christopher P. Cerasoli, Jessica M. Nicklin und Michael T. Ford (2014, Psychological Bulletin) zeigen in einer Metaanalyse, dass intrinsische Motivation und extrinsische Anreize gemeinsam zur Vorhersage der Leistung beitragen. Intrinsische Motivation sagt die Qualität stärker voraus, während Anreize mehr von der produzierten Menge erklären. Für eine Projektleitung reicht es deshalb nicht aus, abgenommene Arbeitsergebnisse zu zählen, um die Auswirkungen einer Prämie zu beurteilen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man schliessen, Prämien abzuschaffen, um das Interesse an der Arbeit zu erhalten. Diese Arbeiten rechtfertigen keine solche Pauschalregel: Sie legen nahe, die Art der Aufgabe, die Form der Belohnung und die tatsächlich angestrebte Leistung zu prüfen. Standardisierte Produktion und konzeptionelle Arbeit stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bewertung. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht entscheiden können
Diese Übersichtsarbeiten sind kein Test eines Prämiensystems in Lausanner Projektteams. Experimente zum Interesse an einer Tätigkeit bilden nicht alle Rahmenbedingungen der Erwerbsarbeit ab, und ein Zusammenhang zwischen Motivation und Leistung belegt noch keine Kausalität. Die gängige Praxis bringt eine weitere Schwierigkeit mit sich: Wenn Begünstigte oder Aufgaben wechseln, kann eine höhere Produktion fälschlicherweise dem Prämiensystem zugeschrieben werden.
Eine überprüfbare Praxis in Lausanne
In Lausanne kann das SHR-Programm «Projektmanagement» die Prüfung einer bestehenden Prämie als Übung aufgreifen — etwa in einem Medtech-Projekt, einer Zusammenarbeit mit einer Hochschule, einer internationalen Sportorganisation oder einem Scale-up der Genferseeregion. Vor der nächsten Vergabeperiode wird ein mengenunabhängiges Qualitätskriterium festgelegt, beispielsweise dass bei einer Prüfung anhand eines gemeinsamen Bewertungsrasters keine wesentlichen Korrekturen erforderlich sind; die Bewertung erfolgt ohne Kenntnis des Prämienstatus. Separat erfasst werden die Anzahl der Arbeitsergebnisse und der Anteil, der dieses Kriterium bereits bei der ersten Prüfung erfüllt, ergänzt um Angaben zur Komplexität und zu den eingesetzten Ressourcen. Der Vergleich mit einer vergleichbaren früheren Periode beweist keine Kausalität, erlaubt aber zu prüfen, ob die höhere Produktion tatsächlich mit der gewünschten Qualität einhergeht. Weiterführend: entdecken Sie die Projektmanagement-Weiterbildung in Lausanne im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Projektmanagement in Lausanne



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