Weiterbildung Train the Trainer in Bern · Kanton BerneAusbildung für Ausbildende im Kanton Bern: Wie lassen sich Beurteilungen über zwei Sprachen hinweg abstimmen?

Im Kanton Bern bieten Bundesverwaltung, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Präzisionsindustrie Arbeitskontexte, in denen Ausbildende ihre Beurteilungen begründen können müssen. Für das SHR-Programm «Formation de formateurs» stellt sich damit eine konkrete Führungsfrage: Wie werden die Urteile französisch- und deutschsprachiger Ausbildender vergleichbar, insbesondere in Biel?
Was die Forschung über Beurteilungsraster zeigt
Anders Jönsson und Gunilla Svingby (2007, Educational Research Review) zeigen in ihrer Literaturübersicht, dass kriterienbasierte Raster die Zuverlässigkeit von Beurteilungen verbessern können, insbesondere wenn sie mit Beispielen und einer Schulung der Beurteilenden verbunden werden. Ihr Nutzen liegt darin, Erwartungen deutlicher zu machen als ein pauschales Gesamturteil. Allein gewährleisten sie jedoch nicht, dass tatsächlich die angestrebte Kompetenz erfasst wird.
Der Mechanismus: vom Urteil zur Handlung
Paul Black und Dylan Wiliam (1998, Assessment in Education: Principles, Policy & Practice) betonen, dass Beurteilung dann formativ wird, wenn die gewonnenen Informationen zur Anpassung von Lehren und Lernen genutzt werden. Unterschiedliche Einschätzungen von Ausbildenden sind deshalb auch relevant, weil sie zu unterschiedlichen Empfehlungen führen können. Die gemeinsame Besprechung eines Beispiels verbindet das Kriterium mit dem beobachteten Beleg und dem nächsten Handlungsschritt für die teilnehmende Person.

Der vorschnelle Schluss: Übersetzen genügt
Daraus könnte man ableiten, dass die Übersetzung eines französischen Rasters ins Deutsche bereits gleichwertige Urteile sicherstellt. Begriffe wie «selbstständig», «ausreichend dokumentiert» oder «angemessen» lassen jedoch selbst innerhalb einer Sprache Interpretationsspielraum. Entscheidend sind nicht identische Formulierungen, sondern die Frage, ob Ausbildende dieselben Belege für Kompetenz anerkennen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was sich aus den Daten nicht ableiten lässt
Diese Arbeiten validieren kein spezifisches zweisprachiges Beurteilungsverfahren für den Kanton Bern; ihre Übertragung auf die berufliche Weiterbildung Erwachsener verlangt Zurückhaltung. Eine hohe Übereinstimmung kann zudem auf einem gemeinsam verwendeten, aber ungeeigneten Kriterium beruhen. Die Konsistenz der Urteile ist deshalb von ihrer beruflichen Relevanz zu unterscheiden, und Sprachkompetenz sollte nicht mitbewertet werden, wenn sie nicht zum Lernziel gehört.
Eine überprüfbare Praxis in Bern
In einem hypothetischen Workshop des SHR-Programms «Formation de formateurs» in Bern könnten Ausbildende aus Bundesverwaltung, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Präzisionsindustrie dasselbe fiktive Übungsdossier auf Französisch und Deutsch anhand eines gemeinsamen Rasters unabhängig beurteilen. Vor der Diskussion würden sie für jedes Kriterium die zugewiesene Stufe und die begründende Textstelle festhalten; gemessen würde der Anteil der Kriterien mit exakt gleicher Einstufung. Nach der Klärung von Abweichungen und der Überarbeitung der Beispiele liesse sich die Messung mit einem zweiten vergleichbaren Dossier wiederholen. Diese Dokumentation würde Unterschiede besprechbar und Entscheidungen nachvollziehbar machen, was für Organisationen mit öffentlichem Auftrag wichtig ist, ohne allein sprachliche Gleichwertigkeit oder die Gültigkeit der Beurteilung nachzuweisen. Weiterführend: entdecken Sie die Train the Trainer-Weiterbildung in Bern im Kanton Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Train the Trainer in Bern



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