Weiterbildung Train the Trainer in Lausanne · Kanton VaudAusbildung für Ausbildende im Kanton Waadt: Wann sollte die Anleitung für erfahrene Teilnehmende reduziert werden?

Im Kanton Waadt ist es angesichts der Nähe zu EPFL und UNIL, Medtech, internationalem Sport, Lebensmittelkonzernen an der Riviera und Scale-ups im Genferseeraum plausibel, dass Menschen mit sehr unterschiedlichem Vorwissen dieselbe Weiterbildung besuchen. Für Bildungsverantwortliche stellt sich eine konkrete Frage: Wie erhalten Anfänger genügend Unterstützung, ohne erfahrenen Teilnehmenden Erklärungen aufzuerlegen, die sie nicht mehr benötigen?
Was die Literatur zeigt: Erklärte Lösungen können das Lernen unterstützen
John Sweller und Graham Cooper (1985, Cognition and Instruction) untersuchten den Einsatz ausgearbeiteter Lösungsbeispiele beim Lernen von Algebra. Ihre Experimente zeigen, dass das Studium detaillierter Lösungen das Lernen gegenüber einer stärker auf eigenständiges Problemlösen ausgerichteten Übung erleichtern kann. Für Ausbildende liegt der Nutzen darin, Denkschritte sichtbar zu machen, statt Anfänger diese von Beginn an selbst entdecken zu lassen.
Der Mechanismus: Unterstützung kann überflüssig werden
Slava Kalyuga, Paul Ayres, Paul Chandler und John Sweller (2003, Educational Psychologist) fassen die Forschung zum Expertise-Umkehreffekt zusammen. Eine für Anfänger hilfreiche Anleitung kann ihren Nutzen verlieren oder das Lernen sogar behindern, wenn das notwendige Wissen bereits vorhanden ist. Die Verarbeitung einer inzwischen überflüssigen externen Erklärung kann dann Ressourcen beanspruchen, ohne zusätzliche Unterstützung zu bieten.

Der vorschnelle Schluss: Alle Fachleute allein arbeiten lassen
Daraus abzuleiten, dass erfahrene Teilnehmende keine Unterstützung mehr brauchen, wäre überzogen. Expertise bezieht sich auf ein Gebiet und eine Aufgabe: In einem hypothetischen Beispiel könnte eine Hochschulforscherin wissenschaftliche Inhalte beherrschen, ohne zu wissen, wie sie eine Lernaktivität gestaltet. Die Anpassung der Anleitung sollte deshalb vom aufgabenrelevanten Wissen ausgehen, nicht von Status, Dienstalter oder selbstsicherem Auftreten. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Die Grenzen: Von untersuchten Aufgaben zur beruflichen Weiterbildung
Experimente zur Algebra bestätigen nicht unmittelbar die Wirksamkeit eines Ansatzes für Weiterbildungen in der Medtech oder in einer internationalen Sportorganisation. Auch die Übersicht zur Expertiseforschung liefert keinen allgemeingültigen Schwellenwert, ab dem Erklärungen wegfallen sollten. Ein Zufriedenheitsfragebogen reicht für diese Entscheidung nicht aus: Ob eine Veranstaltung angenehm oder zu einfach erscheint, sagt nicht unmittelbar aus, was gelernt wurde.
Eine überprüfbare Praxis in Lausanne
In einem hypothetischen Workshop des SHR-Programms «Formation de formateurs» in Lausanne mit Medtech-Fachleuten und Teamleitenden eines Scale-ups aus dem Genferseeraum beginnt die Arbeit mit einer kurzen individuellen Aufgabe zur Gestaltung einer Lernaktivität, bewertet anhand eines einheitlichen Rasters. Innerhalb jedes beobachteten Ausgangsniveaus werden die Teilnehmenden anschliessend entweder dem Studium eines vollständig kommentierten Beispiels oder eines Beispiels mit selbst zu ergänzenden Schritten zugeteilt, bevor alle dieselbe neue Einzelaufgabe ohne Hilfestellung bearbeiten. Die Qualität dieser Arbeit wird mit demselben Raster erfasst, ebenso die Bearbeitungszeit; danach wird geprüft, ob der Nutzen der Anleitung je nach Ausgangsniveau unterschiedlich ausfällt. Dieser lokale Test bietet einen Anhaltspunkt für die Anpassung der nächsten Veranstaltung, aber keinen auf den gesamten Kanton übertragbaren Nachweis. Weiterführend: entdecken Sie die Train the Trainer-Weiterbildung in Lausanne im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Train the Trainer in Lausanne



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