Forschung 2026-09-21 Führung an der Basis Zürich

Sitzungslast: was die Forschung wirklich belegt

Sitzungslast: was die Forschung wirklich belegt — SHR, Zürich
Sitzungslast: was die Forschung wirklich belegt — SHR, Zürich

Die Klage über Sitzungen ist universell; die daraus abgeleiteten Entscheidungen sind selten belegt. Die nützliche Frage lautet nicht «wie viele Sitzungen», sondern was die Forschung über den Zusammenhang von Sitzungslast, Erschöpfung und Arbeitsqualität belegt – und was sie gerade nicht zu schliessen erlaubt.

Was die Literatur belegt

Steven Rogelberg, Desmond Leach, Peter Warr und Jennifer Burnfield (2006, Journal of Applied Psychology) zeigten, dass der Zusammenhang zwischen Sitzungslast und Wohlbefinden nicht einheitlich ist: Er hängt von der Orientierung der Personen auf gemeinsame Arbeit und vom wahrgenommenen Nutzen der besuchten Sitzungen ab. Die blosse Anzahl ist ein schwacher Prädiktor.

Der Aufwand, der im Kalender nicht erscheint

Alexandra Luong und Steven Rogelberg (2005, Group Dynamics) beschrieben einen Erholungseffekt: Über die Dauer der Sitzungen hinaus wiegt die Zeit, die nötig ist, um wieder in produktives Arbeiten zu finden. Dieser Aufwand steht in keinem Kalender – deshalb wird über ihn nie entschieden.

Sitzungslast: was die Forschung wirklich belegt — SHR, Zürich — Zurich
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Der zu schnelle Schluss

Daraus wird häufig eine einfache Regel abgeleitet: Sitzungen streichen. Die Literatur trägt das so nicht. Joseph Allen und Kolleginnen (2014, Journal of Managerial Psychology) zeigen, dass die Führung der Sitzung – eine tatsächlich eingehaltene Traktandenliste, formulierte Entscheide, regulierte Beteiligung – stärker wiegt als das Volumen. Wer schlecht geführte Sitzungen streicht, ohne die Art des Entscheidens zu ändern, verlagert das Problem in die Messaging-Kanäle. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Warum dies zuerst die direkte Führung betrifft

Die Teamleitung ist zugleich Hauptorganisatorin und Hauptadressatin dieser Sitzungen. Auf dieser Ebene entscheidet sich, was ein gemeinsamer Entscheid, was eine verteilbare Information und was ein Gespräch zu zweit ist. Die verfügbaren Studien sind überwiegend korrelativ: Sie beschreiben belastbare Zusammenhänge, keinen nachgewiesenen Kausalmechanismus.

Eine praktische, intern überprüfbare Folgerung

Eine Prüfung ohne Instrumente: über zwei Wochen den Anteil der Sitzungen zählen, die mit einem formulierten und zugewiesenen Entscheid enden. Dieses Verhältnis ist aufschlussreicher als ein Kalender-Audit. Es ist die erste Zahl, die wir Zürcher Geschäftsleitungen abverlangen, bevor an der Sitzungslast gearbeitet wird. Weiterführend: entdecken Sie die Führung an der Basis-Weiterbildung in Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Führung an der Basis in Zürich

Führung an der Basis-Weiterbildung in Zürich — in der Praxis
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Führung an der Basis-Weiterbildung in Zürich — Praxis-Workshop
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Führung an der Basis-Weiterbildung in Zürich — vor Ort
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