Stärkt Humor die Glaubwürdigkeit von Führungskräften in Basel?

In Basler Teams der Pharmaindustrie, der Life Sciences oder der Rheinlogistik kann ein Scherz einen Austausch auflockern, aber auch das Ansehen der Person beeinträchtigen, die ihn macht. Die Führungsfrage lautet deshalb: Stärkt Humor die wahrgenommene Autorität, oder gefährdet er die Glaubwürdigkeit?
Was die Forschung belegt
T. Bradford Bitterly, Alison Wood Brooks und Maurice E. Schweitzer (2017, Journal of Personality and Social Psychology) zeigen in einer Reihe von Experimenten, dass gelungener Humor den zugeschriebenen Status erhöhen kann, indem er Selbstsicherheit und Kompetenz signalisiert. Ein als unangemessen beurteilter Scherz kann diesen Status dagegen senken: Wahrgenommene Selbstsicherheit gleicht einen Verlust an wahrgenommener Kompetenz nicht zwangsläufig aus. Der Mut, einen Scherz zu machen, ist deshalb von dessen Beurteilung zu unterscheiden.
Sarkasmus: ein anderer Mechanismus
Li Huang, Francesca Gino und Adam D. Galinsky (2015, Organizational Behavior and Human Decision Processes) stellen fest, dass sarkastische Wortwechsel über abstraktes Denken die kreative Leistung fördern können, zugleich aber das Konfliktempfinden verstärken. In ihren Experimenten schwächt Vertrauen zwischen den Beteiligten diese zwischenmenschlichen Kosten ab. Der Befund betrifft eine bestimmte Ausdrucksform und keinen allgemeinen Vorzug von Humor am Arbeitsplatz.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass Führungskräfte häufiger scherzen oder Sarkasmus in F&E-Gespräche einbringen sollten. Diese Empfehlung lässt sich aus den Studien nicht begründen: Status zu gewinnen, eine Idee anzuregen und eine Beziehung zu erhalten, sind unterschiedliche Ergebnisse. Eine Bemerkung kann der äussernden Person selbstsicher erscheinen und beim Gegenüber als unangebracht ankommen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht garantieren
Die Experimente belegen nicht, dass regelmässiger Humor die Zusammenarbeit in einer regulierten Organisation dauerhaft verbessert. Ebenso wenig erlauben sie eine Vorhersage darüber, wie dieselbe Bemerkung in allen internationalen F&E-Teams in Basel aufgenommen wird. In der Praxis genügt das Lachen eines Mitarbeitenden nicht als Nachweis dafür, dass eine Äusserung als angemessen empfunden wird, besonders wenn sie von der vorgesetzten Person stammt.
Eine überprüfbare Praxis in Basel
Im Rahmen des SHR-Programms Communication könnte ein Basler Team aus Pharma, Life Sciences, internationaler F&E oder Rheinlogistik zwei Fassungen derselben Führungsbotschaft testen: eine neutrale und eine mit einer humorvollen Note, die sich gegen keine Person richtet. Eine zufällige Zuteilung der Fassungen und die anonyme Erhebung von drei getrennten Einschätzungen — Angemessenheit, wahrgenommene Kompetenz und Klarheit der erwarteten Handlung — würden es ermöglichen, je Fassung den Anteil positiver Bewertungen und korrekter Wiedergaben der Handlung zu vergleichen. Diese lokale Überprüfung würde keinen dauerhaften Effekt auf die Zusammenarbeit nachweisen, aber verhindern, dass Lachen als Bestätigung der Botschaft gilt. Weiterführend: entdecken Sie die Kommunikation-Weiterbildung in Basel im Kanton Basel-Stadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Kommunikation in Basel



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