Präsentieren in Zürich: Kann ein interessantes Detail von der Botschaft ablenken?

In Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Tech-Unternehmen und europäischen Konzernsitzen in Zürich werden Fachpräsentationen häufig um eine Anekdote oder eine überraschende Tatsache ergänzt. Die Führungsfrage lautet konkret: Hilft dieser Zusatz dem Publikum, den vorgestellten Gedankengang anzuwenden, oder gibt er ihm vor allem etwas anderes, das im Gedächtnis bleibt?
Was die Forschung belegt
Shannon F. Harp und Richard E. Mayer (1998, Journal of Educational Psychology) untersuchten, was geschieht, wenn wissenschaftliche Erklärungen um interessante, aber sachlich irrelevante Details ergänzt werden. In ihren Experimenten konnten solche Ergänzungen das Behalten wesentlicher Inhalte und den Transfer beeinträchtigen, also die Anwendung der Erklärung auf neue Probleme. Der Befund betrifft damit anwendbares Verständnis und nicht bloss den Unterhaltungswert einer Präsentation.
Ein Mechanismus: die falsche Erklärung nahelegen
Diese Experimente stützen insbesondere einen Ablenkungsmechanismus: Verführerische Details können dazu führen, dass Lesende Informationen in einen Deutungsrahmen einordnen, der nicht zur zentralen Erklärung passt. Günter Daniel Rey (2012, Educational Research Review) findet in einer Forschungsübersicht und Metaanalyse einen insgesamt nachteiligen Effekt solcher Details auf das Lernen und untersucht zugleich Bedingungen, die dessen Stärke beeinflussen. Ein Inhalt kann somit Aufmerksamkeit gewinnen, ohne sie auf das zu lenken, was verstanden werden soll.

Der vorschnelle Schluss
Daraus abzuleiten, dass jede Anekdote gestrichen werden sollte, wäre überzogen. Entscheidend ist nicht, ob ein Element anschaulich oder erzählerisch ist, sondern ob es zum angestrebten Gedankengang beiträgt. Ein Beispiel, das einen kausalen Zusammenhang sichtbar macht, erfüllt eine andere Funktion als eine einprägsame Anekdote ohne Bezug zur anstehenden Entscheidung. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht belegen
Diese Arbeiten betreffen hauptsächlich Lernsituationen und nicht Präsentationen von Führungskräften vor Zürcher Entscheidungsgremien. Sie erlauben weder, den Effekt einer Anekdote auf einen Investitionsentscheid zu beziffern, noch die Aussage, jeder mündliche Exkurs sei schädlich. Die verbreitete Frage, ob eine Präsentation «fesselnd» gewesen sei, lässt ihren kognitiven Nutzen allerdings ungeprüft.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Im SHR-Programm «Public Speaking & impact» könnte eine Übung darin bestehen, zwei Fassungen einer Fachpräsentation vorzubereiten: eine mit einem interessanten, aber nebensächlichen Detail und eine ohne diesen Zusatz, bei unverändertem zentralem Gedankengang. Eine zufällige Zuteilung vergleichbarer Teilnehmender zu den Fassungen würde bei derselben vortragenden Person und denselben wesentlichen Präsentationsunterlagen einen ersten lokalen Vergleich ermöglichen. Die zentrale Messgrösse wäre der Anteil richtiger Antworten zu einem kurzen neuen Fall, der die Anwendung des Gedankengangs verlangt, bewertet anhand eines vorab festgelegten Rasters und ohne Kenntnis der gezeigten Fassung. Eine separate Bewertung des Interesses würde prüfen helfen, ob die als fesselnder empfundene Fassung auch besser auf das Handeln vorbereitet. Weiterführend: entdecken Sie die Public Speaking & Wirkung-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Public Speaking & Wirkung in Zürich



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