Auftritte in Fribourg: Fördern rhetorische Fragen die Prüfung der Argumente?

In einer Präsentation für Führungskräfte wirkt «Können wir so weitermachen?» möglicherweise aktivierender als eine schlichte Feststellung. Die nützliche Frage ist jedoch präziser: Hilft diese Formulierung dem Publikum, die Empfehlung zu prüfen, oder stört sie eine bereits laufende Auseinandersetzung?
Was die Literatur belegt
Richard E. Petty, John T. Cacioppo und Martin Heesacker (1981, Journal of Personality and Social Psychology) untersuchten die Wirkung rhetorischer Fragen auf die Überzeugung und variierten dabei unter anderem die persönliche Involviertheit und die Qualität der Argumente. Ihre Ergebnisse zeigen, dass solche Fragen die gedankliche Verarbeitung bei geringer Involviertheit anregen, bei hoher Involviertheit jedoch stören können. Dieselbe Vortragstechnik wirkt somit nicht unbedingt gleich, wenn sich die Bereitschaft des Publikums zur Auseinandersetzung mit dem Thema unterscheidet.
Ein Anstoss zur Verarbeitung, kein Beleg
Robert E. Burnkrant und Daniel J. Howard (1984, Journal of Personality and Social Psychology) verglichen einleitende rhetorische Fragen mit Aussagesätzen. Ihre Ergebnisse stützen die Annahme, dass die Frageform die Verarbeitung nachfolgender Argumente verstärken kann, wobei die Folgen von deren Qualität abhängen. Mehr Nachdenken kann deshalb einer soliden Argumentation dienen, ohne eine schwache überzeugender zu machen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass eine gute Präsentation mit einer Frage beginnen müsse. Diese Arbeiten rechtfertigen eine solche allgemeine Regel nicht: Ein bereits stark involviertes Gremium benötigt nicht zwingend einen zusätzlichen Anstoss dieser Art. Eine rhetorische Frage verändert die Bedingungen der Rezeption, erhöht aber nicht die Beweiskraft. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Experimente nicht versprechen können
Diese Experimente untersuchen kontrollierte persuasive Botschaften, nicht sämtliche Rahmenbedingungen einer zweisprachigen beruflichen Präsentation. Sie belegen weder eine dauerhafte Verbesserung von Entscheidungen noch eine automatische Übertragbarkeit auf ein Investitionsgremium oder eine Forschungspräsentation. Ein scheinbar aufmerksameres Publikum bestätigt daher für sich allein noch nicht die Wirksamkeit der Technik.
Eine überprüfbare Praxis in Fribourg
Im SHR-Programm «Public Speaking & impact» könnte eine Übung in Fribourg Führungskräfte aus der Lebensmittelwirtschaft, der zweisprachigen Industrie und dem Hochschulumfeld anhand derselben Empfehlung zusammenbringen. Die Teilnehmenden werden zufällig einer Einleitung als Aussage oder als Frage zugeteilt; Argumente, Unterlagen und Dauer bleiben gleich, und innerhalb jeder Sprache werden semantisch gleichwertige Fassungen verwendet. Anschliessend nennen die Teilnehmenden einzeln und vor der Diskussion die zentrale Begründung der Empfehlung sowie eine Grenze der vorgelegten Evidenz. Verglichen wird anhand eines vorab erstellten Bewertungsrasters der Anteil der Antworten, die beide Elemente korrekt wiedergeben, getrennt nach Sprache und Themenvertrautheit: Gemessen wird die Prüfung der Argumentation, nicht bloss die Sympathie für die vortragende Person. Weiterführend: entdecken Sie die Public Speaking & Wirkung-Weiterbildung in Freiburg im Kanton Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Public Speaking & Wirkung in Freiburg



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