Was ist Feedback in Lugano wert, wenn Prämien ihm widersprechen?

In einer Bank, einem Mode- oder Handelsunternehmen ebenso wie in einem italienischsprachigen Familien-KMU in Lugano wird Feedback nicht unabhängig von den Vergütungsregeln aufgenommen. Die Führungsfrage lautet konkret: Welches Gewicht hat ein Rat, wenn seine Umsetzung jene Leistung beeinträchtigen könnte, von der die Prämie abhängt?
Was die Literatur belegt
Steven Kerr (1975, Academy of Management Journal) analysiert Situationen, in denen belohnte Verhaltensweisen nicht dem entsprechen, was eine Organisation nach eigenen Angaben erreichen möchte. Sein Artikel ist eine mit Beispielen veranschaulichte Analyse organisatorischer Widersprüche, kein Experiment zur Wirksamkeit von Feedback. Er legt nahe, zunächst die tatsächlichen Anreize der Belohnungssysteme zu prüfen, bevor ein Verhalten auf mangelndes Verständnis zurückgeführt wird.
Der Mechanismus: Einsatz dorthin verlagern, wo er zählt
Bengt Holmström und Paul Milgrom (1991, Journal of Law, Economics, & Organization) entwickeln ein theoretisches Modell, in dem Mitarbeitende ihren Einsatz auf mehrere, unterschiedlich gut messbare Aufgaben verteilen. Starke Anreize für eine gemessene Dimension können Einsatz von anderen wichtigen, aber weniger gut beobachtbaren Dimensionen abziehen. Auf Feedback übertragen legt dieser Mechanismus nahe, dass die Empfehlung, Zeit für Wissenstransfer aufzuwenden, mit einer ausschliesslich am persönlichen Umsatz ausgerichteten Prämie konkurrieren kann.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass jedes im Gespräch verlangte Verhalten finanziell belohnt werden müsse. Diese Arbeiten rechtfertigen eine solche Verallgemeinerung nicht: Zusätzliche Kriterien garantieren weder deren Qualität noch deren Vereinbarkeit. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Feedback, das Erfolg innerhalb bestehender Regeln konkretisiert, und Feedback, das Mitarbeitende zum Handeln gegen weiterhin geltende Anreize auffordert. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Arbeiten nicht belegen
Die beiden Artikel vergleichen nicht direkt Feedbackgespräche mit und ohne Prämienbezug und untersuchen keine Unternehmen in Lugano. Sie erlauben deshalb nicht, den Einfluss eines solchen Widerspruchs auf die Umsetzung von Feedback zu beziffern. Eine Grenze der gängigen Praxis lässt sich dennoch benennen: an der Formulierung einer Botschaft zu arbeiten, ohne die wirtschaftlichen Zielkonflikte für die angesprochene Person zu prüfen.
Eine überprüfbare Praxis in Lugano
Im Rahmen des SHR-Programms « L'art du feedback » könnte ein Team in Lugano während eines Monats die in Gesprächen vereinbarten Massnahmen mit den schriftlichen Prämien- oder Beurteilungskriterien abgleichen. Für jede Massnahme — ein Bankdossier dokumentieren, Informationen zwischen Verkauf und Lager im Modegeschäft weitergeben, ein Handelsgeschäft absichern oder eine Nachfolgeperson in einem italienischsprachigen Familien-KMU einarbeiten — würden Führungskraft und Mitarbeitende einen allfälligen Widerspruch samt betroffener Regel festhalten, ohne Kundendaten zu übernehmen. Die Kennzahl wäre der Anteil geprüfter Massnahmen mit dokumentiertem Widerspruch; ein Register würde anschliessend ausweisen, welche Konflikte durch einen ausdrücklichen Führungsentscheid geklärt wurden, statt ihre Lösung den Mitarbeitenden allein zu überlassen. Weiterführend: entdecken Sie die Die Kunst des Feedbacks-Weiterbildung in Lugano im Kanton Tessin, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Die Kunst des Feedbacks in Lugano



- die kunst des feedbacks
- Lugano
- forschung
- Weiterbildung lugano
