Forschung 2025-05-31 Entscheidungsfindung Basel

Risiken vergleichen: Was die Fallzahl nicht aussagt

Risiken vergleichen: Was die Fallzahl nicht aussagt — SHR, Basel
Risiken vergleichen: Was die Fallzahl nicht aussagt — SHR, Basel

Wer Transportvorfälle, Qualitätsabweichungen oder Versuchsergebnisse vergleicht, muss die Ereignisse zur Zahl der Beobachtungsmöglichkeiten ins Verhältnis setzen. Die konkrete Führungsfrage lautet: Wie lässt sich verhindern, dass eine auffällige Fallzahl die entscheidungsrelevante Häufigkeit in den Hintergrund drängt?

Was die Forschung belegt

Lee A. Kirkpatrick und Seymour Epstein (1992, Journal of Personality and Social Psychology) untersuchten Entscheidungen zwischen Behältern mit unterschiedlichen Anteilen an Gewinnspielsteinen. Ihre Experimente zeigen, dass die subjektive Einschätzung einer Gewinnchance davon abhängen kann, wie das Verhältnis der Gewinnspielsteine zur Gesamtzahl dargestellt wird. Die Wahl bildet somit nicht immer allein die mathematische Wahrscheinlichkeit ab.

Das Verhältnis zu verstehen genügt nicht immer

Veronika Denes-Raj und Seymour Epstein (1994, Journal of Personality and Social Psychology) beobachteten, dass Versuchspersonen eine Menge mit mehr Gewinnspielsteinen, aber einem geringeren Gewinnanteil bevorzugen konnten. Manche entschieden damit gegen ihre eigene Einschätzung der mathematisch günstigeren Option. Als Mechanismus wird ein Konflikt zwischen der anschaulichen Attraktivität der Zahl möglicher Gewinne und einer analytischen Beurteilung des Verhältnisses vorgeschlagen.

Risiken vergleichen: Was die Fallzahl nicht aussagt — SHR, Basel — Bâle-Ville
Risiken vergleichen: Was die Fallzahl nicht aussagt — SHR, Basel — Bâle-Ville

Der vorschnelle Schluss

Daraus könnte man ableiten, absolute Zahlen aus Entscheidungsübersichten zu verbannen. Das würde jedoch zwei Fragen vermischen: die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und dessen Gesamtzahl. In der Pharmaindustrie wie in der Logistik kann eine hohe Zahl von Vorfällen Massnahmen rechtfertigen, selbst wenn die Rate niedrig ist; deshalb sollten absolute Zahlen und relative Häufigkeiten gemeinsam dargestellt, aber nicht gleichgesetzt werden. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Was diese Experimente nicht nachweisen

Diese Arbeiten untersuchen experimentelle Aufgaben zu Wahrscheinlichkeitsentscheidungen, nicht die Entscheidungen von Basler Führungskräften. Sie belegen nicht, dass ein gemeinsamer Nenner allein industrielle Entscheidungen verbessert. Scheinbar vergleichbare Raten können zudem Unterschiede im Schweregrad, in der Expositionsdauer oder in der Definition eines Vorfalls verdecken.

Eine überprüfbare Praxis in Basel

Im Rahmen des SHR-Programms «Entscheidungsfindung» lässt sich in Basel folgende Übung erproben: Ein Risikovergleich aus der Pharmaindustrie, den Life Sciences, der Rheinlogistik oder einem internationalen F&E-Team wird neu aufbereitet. Für jede Option werden die beobachtete Fallzahl, die Bezugsmenge und die auf eine gemeinsame Einheit umgerechnete Rate dargestellt; Zeitraum, Ereignisdefinition und Schweregrad bleiben erhalten. Vor und nach dieser Aufbereitung wird jeweils eine Empfehlung erhoben und anschliessend der Anteil geänderter Empfehlungen berechnet, deren Begründung sich ausdrücklich auf den Nenner bezieht. Diese Messung erfasst die Empfindlichkeit gegenüber dem Darstellungsformat, ohne zu beweisen, dass die revidierten Entscheidungen besser sind. Weiterführend: entdecken Sie die Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Basel im Kanton Basel-Stadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Entscheidungsfindung in Basel

Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Basel — in der Praxis
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Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Basel — Praxis-Workshop
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Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Basel — vor Ort
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