KI-Einführung: Wirkt ein flüssiger Text verlässlicher?

Generative KI macht strukturierte, professionell wirkende Texte leicht verfügbar, ohne dass diese Darstellung ihre Richtigkeit garantiert. Die konkrete Führungsfrage lautet: Wie lässt sich verhindern, dass das Team leichte Lesbarkeit als Hinweis auf Verlässlichkeit deutet?
Was die Forschung belegt
Rolf Reber und Norbert Schwarz (1999, Consciousness and Cognition) zeigten experimentell, dass die Leichtigkeit der visuellen Verarbeitung beim Lesen Wahrheitsurteile über Aussagen beeinflussen konnte. Ihre Untersuchung variierte die visuelle Lesbarkeit, nicht die Qualität einer Argumentation oder eines KI-generierten Textes. Das Ergebnis belegt dennoch einen wichtigen Punkt: Die Beurteilung des Inhalts kann von einer Eigenschaft seiner Darstellung abhängen.
Leichte Verarbeitung als Information
Adam L. Alter und Daniel M. Oppenheimer (2009, Personality and Social Psychology Review) fassen die Forschung zur Verarbeitungsflüssigkeit zusammen, also zum subjektiven Erleben, wie leicht sich eine Information verarbeiten lässt. Dieses Erleben kann in unterschiedliche Urteile einfliessen; seine Bedeutung hängt jedoch vom Kontext und von seiner Interpretation ab. Für Führungskräfte ergibt sich daraus eine prüfbare Hypothese: Eine gut formulierte Antwort könnte aus Gründen akzeptiert werden, die nicht allein ihre Belege betreffen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus abzuleiten, dass klare Texte verdächtig seien oder KI-Antworten schlechter lesbar gemacht werden sollten, wäre überzogen. Verständlichkeit bleibt eine kommunikative Qualität; sie ist lediglich keine sachliche Bestätigung. Entscheidend ist, zwei Bewertungen auseinanderzuhalten: «Dieses Dokument ist verständlich» und «Seine Aussagen sind ausreichend belegt». (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht belegen
Diese Artikel untersuchen weder die Einführung generativer KI noch Entscheidungen von Teams in Lausanne. Die Übertragung einer experimentellen Veränderung der Lesbarkeit auf die Beurteilung eines beruflichen Dossiers ist eine Extrapolation, deren Tragweite in der Praxis geprüft werden muss. Eine Zufriedenheitsbefragung zur Qualität der Antworten zeigt deshalb allein noch nicht, ob das Team zwischen überzeugender Darstellung und fundiertem Inhalt unterscheidet.
Eine überprüfbare Praxis in Lausanne
Im Rahmen des SHR-Programms «Conduire l'adoption de l'IA dans son équipe» könnte ein Lausanner Team aus der Medtech-Branche, einer Hochschule, dem internationalen Sport oder einem Scale-up der Genferseeregion mit einem öffentlichen oder fiktiven Dossier ohne sensible Daten arbeiten. Dafür werden zwei Fassungen mit exakt denselben Aussagen und Quellenangaben, aber unterschiedlich flüssiger Darstellung erstellt und zufällig an Lesende verteilt, die jeweils nur eine Fassung sehen und angeben, welche Aussagen sie für ausreichend belegt halten. Gemessen wird die Differenz in Prozentpunkten zwischen den Anteilen akzeptierter Aussagen in beiden Bedingungen, getrennt nach belegten und unbelegten Aussagen. Diese explorative Übung würde keinen allgemeinen KI-Effekt nachweisen, könnte aber eine mögliche Empfindlichkeit des Teams gegenüber der Darstellung sichtbar machen. Weiterführend: entdecken Sie die KI-Einführung im Team gestalten-Weiterbildung in Lausanne im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI-Einführung im Team gestalten in Lausanne



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