Wenn in Zürich der Verantwortungsbereich einer Stelle unklar bleibt

In Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Tech-Unternehmen und Europazentralen internationaler Konzerne in Zürich kann eine Stelle in mehrere Verantwortungsstrukturen eingebunden sein. Die Führungsfrage lautet konkret: Wie lässt sich überprüfen, ob alle wissen, was sie liefern sollen und selbst entscheiden dürfen, ohne dass die Klärung zu zusätzlicher Kontrolle wird?
Was die Forschung belegt
John R. Rizzo, Robert J. House und Sidney I. Lirtzman (1970, Administrative Science Quarterly) unterscheiden Rollenunklarheit von Rollenkonflikten: Fehlende Informationen über die eigenen Verantwortlichkeiten sind etwas anderes als unvereinbare Erwartungen. Ihre Studie verbindet Rollenunklarheit mit ungünstigeren Einstellungen zur Arbeit, insbesondere geringerer Zufriedenheit. Das Problem besteht somit nicht nur darin, zwischen mehreren Anweisungen wählen zu müssen, sondern mitunter darin, die Massstäbe für die Beurteilung der eigenen Arbeit nicht zu kennen.
Eine Unklarheit, die nicht nur die Leistung betrifft
Susan E. Jackson und Randall S. Schuler (1985, Organizational Behavior and Human Decision Processes) fassen die Forschung zu Rollenunklarheit und Rollenkonflikten zusammen. Ihre Metaanalyse verbindet Rollenunklarheit mit geringerer Arbeitszufriedenheit und stärkerer Anspannung, betont aber auch die konzeptionellen und methodischen Schwierigkeiten dieses Forschungsfelds. Dass ein Team seine Ziele erreicht, bedeutet deshalb für sich genommen nicht, dass es vor diesem Risiko geschützt ist.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, jede Aufgabe müsse beschrieben und jede Unsicherheit beseitigt werden. Diese Arbeiten zeigen jedoch weder, dass lückenlose Vorgaben die Gesundheit schützen, noch, dass eine sich wandelnde Rolle zwangsläufig schädlich ist. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen der Freiheit bei der Wahl des Vorgehens und der Unklarheit über erwartete Ergebnisse, Verantwortlichkeiten und Beurteilungskriterien. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was Daten und Stellenbeschreibungen nicht garantieren
Ein grosser Teil der zusammengefassten Forschung beruht auf Fragebogen und Zusammenhängen, die keinen hinreichenden Nachweis von Kausalität liefern. Die Studien beziehen sich nicht spezifisch auf Zürcher Organisationen und nennen keinen Schwellenwert der Rollenunklarheit, mit dem sich eine gesundheitliche Beeinträchtigung diagnostizieren liesse. Auch eine aktuelle Stellenbeschreibung belegt in der Praxis nicht, dass die Erwartungen von Linienvorgesetzten, Projektverantwortlichen und Konzernzentrale übereinstimmen.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Im Rahmen des SHR-Programms «Psychosoziale Risiken» kann ein Zürcher Team die Klärung anhand ausgewählter Vorgänge erproben, die lokale Funktionen und die Europazentrale gemeinsam bearbeiten. Für jeden Vorgang halten die ausführende Person und die zuständigen Führungskräfte getrennt fest, welches Ergebnis erwartet wird, wer entscheiden darf und welches Abnahmekriterium gilt; anschliessend vergleichen sie ihre Antworten. Gemessen wird der Anteil der Vorgänge mit mindestens einer Abweichung, zunächst vor der Klärung und nach einem Monat erneut anhand vergleichbarer Vorgänge. Ein Rückgang würde eine bessere Übereinstimmung der Erwartungen dokumentieren, keine nachgewiesene Verbesserung der Gesundheit; verbleibende Differenzen zeigen, welche Verantwortlichkeiten die Führung noch klären muss. Weiterführend: entdecken Sie die Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Psychosoziale Risiken in Zürich



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