Forschung 2024-12-04 Psychosoziale Risiken Freiburg

Wenn eine Aufgabe in Fribourg nicht zur eigenen beruflichen Rolle zu passen scheint

Wenn eine Aufgabe in Fribourg nicht zur eigenen beruflichen Rolle zu passen scheint — SHR, Freiburg
Wenn eine Aufgabe in Fribourg nicht zur eigenen beruflichen Rolle zu passen scheint — SHR, Freiburg

In der Lebensmittelindustrie, in zweisprachigen Industriebetrieben oder in Teams am Hochschulstandort Fribourg kann vielseitiger Personaleinsatz dazu führen, dass Aufgaben weit ausserhalb des ursprünglichen Berufs übertragen werden. Die präzise Führungsfrage lautet: Wie lässt sich ein notwendiger Beitrag zur gemeinsamen Arbeit von einer Zuweisung unterscheiden, die als berufliche Abwertung erlebt wird?

Was die Forschung belegt

Norbert K. Semmer, Nicola Jacobshagen, Laurenz L. Meier, Achim Elfering, Terry A. Beehr, Wolfgang Kälin und Franziska Tschan (2015, Work & Stress) untersuchen «illegitime Aufgaben»: Aufgaben, die unnötig erscheinen oder deren Zuweisung angesichts der beruflichen Rolle einer Person als unzumutbar wahrgenommen wird. Ihre Ergebnisse zeigen Zusammenhänge mit Indikatoren psychischer Beanspruchung und mit Ressentiments gegenüber der Organisation. Es geht somit nicht nur um die Arbeitsmenge, sondern auch um die wahrgenommene Legitimität der Aufgabenverteilung.

Der Mechanismus: Was die Zuweisung über den Beruf aussagt

Der vorgeschlagene Mechanismus betrifft eine Bedrohung der beruflichen Identität: Eine Zuweisung kann als Zeichen dafür verstanden werden, dass die Kompetenzen oder die Rolle einer Person nicht respektiert werden. In einem zweisprachigen Industrieteam könnte die regelmässige Aufforderung an eine Fachperson, Dokumente zu übersetzen, ohne diese Funktion anzuerkennen, deshalb anders erlebt werden als gelegentliche gegenseitige Hilfe. Das ist eine gemeinsam mit dem Team zu prüfende Hypothese, keine Diagnose über Übersetzungsarbeit.

Wenn eine Aufgabe in Fribourg nicht zur eigenen beruflichen Rolle zu passen scheint — SHR, Freiburg — Fribourg
Wenn eine Aufgabe in Fribourg nicht zur eigenen beruflichen Rolle zu passen scheint — SHR, Freiburg — Fribourg

Der vorschnelle Schluss

Daraus vorschnell abzuleiten, sämtliche Nebenaufgaben seien abzuschaffen oder Stellenbeschreibungen strikt einzuhalten, wäre nicht gerechtfertigt. Dieselbe Aufgabe kann legitim erscheinen, wenn sie einem ausdrücklich erläuterten Bedarf entspricht, und als unangebracht erlebt werden, wenn sie ohne Begründung zugewiesen wird. Der geringe Status einer Tätigkeit allein belegt daher nicht ihre Illegitimität; ebenso wenig macht eine Erklärung eine dauerhaft unausgewogene Verteilung akzeptabel. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Was sich aus den Daten nicht ableiten lässt

Ashley E. Nixon, Joseph J. Mazzola, Jeremy Bauer, Jeremy R. Krueger und Paul E. Spector (2011, Work & Stress) fassen Zusammenhänge zwischen verschiedenen beruflichen Stressoren und körperlichen Symptomen zusammen, ohne illegitime Aufgaben als eigene Kategorie zu untersuchen. Diese Metaanalyse erlaubt es deshalb nicht, ein Symptom einer als unangebracht empfundenen Aufgabe zuzuschreiben; beobachtete Zusammenhänge allein belegen zudem keine Kausalität. In der Praxis ersetzt weder eine einzelne Beschwerde noch das Ausbleiben von Beschwerden die Prüfung der tatsächlich zugewiesenen Aufgaben und ihres Kontexts.

Eine überprüfbare Praxis in Fribourg

Im Rahmen des SHR-Programms «Psychosoziale Risiken» besteht eine vorgeschlagene Übung darin, in einem Team der Lebensmittelindustrie, eines zweisprachigen Industriebetriebs oder einer Hochschule in Fribourg während zweier Wochen Aufgabenzuweisungen zu erfassen, die als unnötig oder rollenfremd gelten, einschliesslich ihrer Begründung und Häufigkeit. Die Führungskraft prüft anschliessend jede Situation mit den Betroffenen und dokumentiert eine Entscheidung: streichen, vereinfachen, neu zuweisen oder begründet beibehalten, wobei die Begründung in den Arbeitssprachen des Teams zugänglich sein soll. Die überprüfbare Kennzahl ist der Anteil der geprüften Situationen mit dokumentierter Entscheidung, ergänzt durch eine Umsetzungskontrolle einen Monat später; sie misst die organisatorische Bearbeitung des Problems, nicht einen nachgewiesenen Gesundheitseffekt. Weiterführend: entdecken Sie die Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Freiburg im Kanton Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Psychosoziale Risiken in Freiburg

Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Freiburg — in der Praxis
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Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Freiburg — Praxis-Workshop
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Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Freiburg — vor Ort
Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Freiburg — vor Ort