Erschliesst eine gemeinsame Sprache in Zürich das gesamte Fachwissen im Team?

Bei Finanzdienstleistern, Versicherungen, Technologieunternehmen und europäischen Konzernsitzen in Zürich ist die Arbeitssprache sowohl eine Frage der Koordination als auch der Beteiligung. Die präzise Führungsfrage lautet: Wie lässt sich verhindern, dass sprachliche Gewandtheit bestimmt, welche Beiträge bei Entscheidungen Gewicht erhalten?
Was die Literatur belegt
Helene Tenzer, Markus Pudelko und Anne-Wil Harzing (2014, Journal of International Business Studies) untersuchten die Vertrauensbildung in multinationalen Teams mit qualitativen Methoden. Ihre Analyse zeigt, dass Sprachbarrieren emotionale Reaktionen und die Beurteilung von Kolleginnen und Kollegen beeinflussen. Schwierigkeiten beim Formulieren können somit die zugeschriebene Glaubwürdigkeit beeinträchtigen, ohne ein Mass für die berufliche Kompetenz zu sein.
Wenn Sprache den Status verschiebt
Tsedal B. Neeley (2013, Organization Science) beschreibt in einer qualitativen Studie einer globalen Organisation Erfahrungen von Statusverlust beim Gebrauch einer Fremdsprache sowie Statusunterschiede im Zusammenhang mit deren Beherrschung. Der Mechanismus geht über das Risiko von Missverständnissen hinaus: Die Sprache kann verändern, wie Menschen ihre eigene Stellung im beruflichen Austausch wahrnehmen. Für Führungskräfte spricht dies dagegen, müheloses Sprechen mit fachlicher Autorität gleichzusetzen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, die gemeinsame Sprache aufzugeben oder die Redezeiten strikt anzugleichen. Diese Arbeiten belegen weder, dass eine dieser Lösungen die Leistung verbessert, noch, dass mehrsprachige Teams zwangsläufig schlechter entscheiden. Sinnvoller ist es, ein gemeinsames Koordinationsmittel beizubehalten und zugleich zu prüfen, unter welchen Bedingungen Fachwissen Gehör findet. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht entscheiden können
Diese qualitativen Studien beleuchten Mechanismen von Vertrauen und Status; sie beziffern keinen kausalen Einfluss der Sprache auf die Teamleistung in Zürich. Auch das Zählen von Wortmeldungen genügt nicht: Wenig zu sprechen kann an der Rolle, am Thema oder am Fehlen neuer Informationen liegen. Ein geeigneter Indikator sollte deshalb die Prüfung nützlicher Beiträge erfassen und nicht nur die Sichtbarkeit einzelner Personen.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Im Rahmen des SHR-Programms « Performance d’équipe » könnte ein Zürcher Team während zweier Wochen kurze schriftliche Beiträge vor jeder Entscheidung vorbereiten, die mehrere Fachgebiete betrifft, und diese im Gespräch ausdrücklich prüfen. Ob es um Finanzrisiken, Versicherungsfragen, technische Abwägungen oder Entscheidungen eines europäischen Konzernsitzes geht: Das Entscheidungsprotokoll würde für jeden relevanten Beitrag festhalten, ob er übernommen, begründet verworfen oder zur weiteren Prüfung zurückgestellt wurde. Gemessen würde der Anteil dieser ausdrücklich behandelten Beiträge im Vergleich zu einer Ausgangsphase, die nach denselben Kriterien dokumentiert wurde. Ein Anstieg würde eine bessere Nachvollziehbarkeit der Prüfung von Fachwissen anzeigen, für sich genommen aber weder bessere Entscheidungen noch einen spezifisch sprachlichen Effekt belegen. Weiterführend: entdecken Sie die Team-Performance-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Team-Performance in Zürich



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