Präsentieren in Zürich: Signalisieren anspruchsvolle Wörter Expertise?

In der Zürcher Finanz-, Versicherungs- und Techbranche sowie an den europäischen Hauptsitzen internationaler Konzerne müssen Präsentationen häufig Personen unterschiedlicher Fachrichtungen überzeugen. Die konkrete Führungsfrage lautet: Wirkt eine vortragende Person weniger fachkundig, wenn sie unnötig komplexe Formulierungen durch gebräuchliche Ausdrücke ersetzt?
Was die Forschung belegt
Daniel M. Oppenheimer (2006, Applied Cognitive Psychology) untersuchte experimentell, wie sich unnötig komplexer Wortschatz auf die Beurteilung der Intelligenz einer textverfassenden Person auswirkt. In den untersuchten Situationen brachten komplexere Formulierungen nicht den erwarteten Vorteil und konnten die Bewertung verschlechtern. Diese Ergebnisse widersprechen der Vorstellung, anspruchsvollere Wörter allein liessen jemanden kompetenter erscheinen.
Die Leichtigkeit der Verarbeitung fliesst ins Urteil ein
In einem Literaturüberblick beschreibt Daniel M. Oppenheimer (2008, Trends in Cognitive Sciences) die Rolle der Verarbeitungsflüssigkeit: Wie leicht sich eine Information verarbeiten lässt, kann das Urteil über sie beeinflussen. Diese subjektive Erfahrung sagt jedoch nicht unmittelbar etwas über die Qualität der Argumentation aus. Für Präsentationen ergibt sich daraus eine überprüfbare Hypothese: Schwierige Formulierungen können die Bewertung der vortragenden Person unabhängig von der Stichhaltigkeit ihrer Argumente beeinflussen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, jegliche Fachsprache zu streichen. Damit würde man überflüssige Komplexität mit einer unverzichtbaren fachlichen Unterscheidung verwechseln, etwa zwischen zwei Risikokategorien oder zwei vertraglichen Verpflichtungen. Das Ziel ist nicht, weniger präzise zu sprechen, sondern notwendige Begriffe beizubehalten und ihre Bedeutung zugänglich zu machen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Daten nicht nachweisen
Experimente mit schriftlichen Texten belegen nicht unmittelbar, was bei einer mündlichen Präsentation vor einem Zürcher Gremium geschieht. Beim Sprechen können der Kontext, Erläuterungen und die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die Wirkung des Wortschatzes verändern. Vor allem beweist eine bessere Bewertung der vortragenden Person weder ein besseres Verständnis noch eine sachgerechtere Entscheidung.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Im SHR-Programm «Public Speaking & impact» könnte eine überprüfbare Übung darin bestehen, zwei Versionen einer Projektpräsentation vorzubereiten: gleiche Daten und gleiche Empfehlung, jedoch nur in einer Version vereinfachte Formulierungen, wobei notwendige Fachbegriffe erhalten bleiben. Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Funktionen würden den Versionen zufällig zugeteilt; dieselbe vortragende Person und eine vergleichbare Dauer würden einen Test dieser Anpassung in einer Zürcher Bank, Versicherung, Techfirma oder einem europäischen Hauptsitz ermöglichen. Vor jeder Diskussion würden alle Teilnehmenden die Empfehlung und ihre wichtigste Gültigkeitsbedingung in eigenen Worten wiedergeben und anschliessend die wahrgenommene Expertise separat bewerten. Die Hauptmessgrösse wäre der Anteil korrekter Wiedergaben gemäss einem vorab festgelegten Bewertungsraster; die Expertisebewertung würde zeigen, ob ein möglicher Verständnisgewinn mit einem Glaubwürdigkeitsverlust einhergeht. Weiterführend: entdecken Sie die Public Speaking & Wirkung-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Public Speaking & Wirkung in Zürich



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