Priorisieren: Wie verlässlich ist die Intuition von Fachleuten?

In der globalen Lebensmittelindustrie, an Konzernsitzen und in den KMU der Waadtländer Riviera erhalten manche Anfragen sofort Zeit, weil eine erfahrene Führungskraft sie für entscheidend hält. Die konkrete Führungsfrage lautet: Unter welchen Bedingungen bildet diese Intuition eine vertretbare Grundlage, um die Prioritäten eines Teams zu ändern?
Was die Forschung belegt
Daniel Kahneman und Gary Klein (2009, American Psychologist) fassen die Bedingungen zusammen, unter denen Expertenintuition verlässlich sein kann: ein Umfeld mit hinreichend stabilen Regelmässigkeiten und Gelegenheiten, diese anhand relevanter Rückmeldungen zu erlernen. Weder langjährige Berufserfahrung noch subjektive Gewissheit reichen somit aus, um diese Verlässlichkeit zu belegen. Auf die Priorisierung übertragen, legt dieser Ansatz nahe, zwischen dem Erkennen einer vertrauten Situation und der Beurteilung einer tatsächlich neuartigen Anfrage zu unterscheiden.
Was leicht in den Sinn kommt, kann Vorrang erhalten
Amos Tversky und Daniel Kahneman (1974, Science) beschreiben unter anderem die Verfügbarkeitsheuristik: Wie leicht Beispiele in den Sinn kommen, kann Urteile über Häufigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten beeinflussen. Ein kürzlich eingetretener, eindrücklicher Vorfall kann ein Risiko besonders präsent machen, ohne dass dessen aktuelle Wahrscheinlichkeit zwingend gestiegen ist. Für die Zeitplanung eines Teams besteht die Gefahr, diese gedankliche Präsenz mit einem ausreichenden Grund für Vorrang zu verwechseln; dies ist eine Übertragung des Mechanismus auf die Führungspraxis, kein unmittelbar zur Zeitplanung erhobener Befund.

Der vorschnelle Schluss
Der Schluss könnte lauten, Intuition durch ein systematisches Bewertungsraster zu ersetzen. Die Arbeiten zeigen jedoch nicht, dass ein solches Raster immer überlegen wäre: In einem vertrauten Bereich mit verwertbaren Rückmeldungen kann Intuition tatsächliche Expertise widerspiegeln. Statt Erfahrung und Methode gegeneinander auszuspielen, sollte gefragt werden, auf welchen Hinweisen die Entscheidung beruht und ob diese bereits verlässliche Vorhersagen ermöglicht haben. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was sich durch Erfahrung nicht immer überprüfen lässt
Die zitierten Artikel vergleichen keine Priorisierungsmethoden in Schweizer Unternehmen direkt miteinander. Auch in der Praxis bleiben Rückmeldungen unvollständig: Eine sofort bearbeitete Anfrage zeigt nicht, was geschehen wäre, wenn sie hätte warten müssen. Zudem kann Expertise bereichsspezifisch sein: Wer Produktionsprobleme gut voraussieht, ordnet rechtliche, kommerzielle oder strategische Anfragen nicht zwangsläufig ebenso treffend ein.
Eine überprüfbare Praxis in Vevey
Im Rahmen des Programms « Gestion du temps & priorisation » von SHR — Swiss Human Resources könnte ein Team an einem Konzernsitz oder ein KMU der Riviera während vier Wochen alle Anfragen erfassen, die aufgrund eines Erfahrungsurteils höher priorisiert werden. Vor dem Handeln würden für jede Entscheidung der ausschlaggebende Hinweis, die erwartete Folge, der Überprüfungstermin und die verschobene Arbeit festgehalten. Die Messgrösse in Vevey wäre der Anteil dieser Entscheidungen, für die zum vorgesehenen Termin eine dokumentierte Rückmeldung vorliegt, anhand derer sich die Erwartung mit den Fakten vergleichen lässt; nicht überprüfbare Fälle würden separat gezählt. Diese Erfassung würde nicht beweisen, dass die Intuition die beste Priorität gewählt hat, sondern prüfen, ob die Organisation Voraussetzungen für ihre Verbesserung schafft. Weiterführend: entdecken Sie die Zeitmanagement & Priorisierung-Weiterbildung in Vevey im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Zeitmanagement & Priorisierung in Vevey



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