Forschung 2026-07-14 Führen durch Einfluss Bern

Weiterbildung Führen durch Einfluss in Bern · Kanton BerneFühren durch Einfluss im Kanton Bern: Wie wird eine Konsultation ohne eigene Entscheidungsbefugnis glaubwürdig?

Führen durch Einfluss im Kanton Bern: Wie wird eine Konsultation ohne eigene Entscheidungsbefugnis glaubwürdig? — SHR, Bern
Führen durch Einfluss im Kanton Bern: Wie wird eine Konsultation ohne eigene Entscheidungsbefugnis glaubwürdig? — SHR, Bern

Im Kanton Bern bilden Bundesverwaltung, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Präzisionsindustrie ein Umfeld, in dem Einfluss häufig über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg ausgeübt wird und unter öffentlichem Auftrag besonders hohe Transparenzanforderungen gelten. Für das SHR-Programm «Führen durch Einfluss» stellt sich deshalb die Frage: Wie lässt sich eine ehrliche Konsultation gestalten, wenn eine andere Instanz entscheidet?

1. Was die Literatur zeigt: Die eigene Sicht einbringen zu können, zählt

Robert Folger (1977, Journal of Personality and Social Psychology) untersucht experimentell die Möglichkeit, bei einer ungerechten Verteilung die eigene Sicht zu äussern. Seine Studie zeigt, dass diese Möglichkeit die Reaktion auf Ungerechtigkeit verändern kann, ohne mit einer Verbesserung des erhaltenen Ergebnisses gleichzusetzen zu sein. Sie legt nahe, zwischen dem Ergebnis einer Entscheidung und dem Verfahren zu unterscheiden, das dorthin führt.

2. Ein Mechanismus: Das Verfahren vermittelt den eigenen Stellenwert

Tom R. Tyler und Steven L. Blader (2003, Personality and Social Psychology Review) schlagen ein Modell vor, das Verfahrensgerechtigkeit, soziale Identität und Kooperation verbindet. Wie eine Person behandelt wird, vermittelt ihr Hinweise auf ihre Anerkennung und ihren Stellenwert in der Gruppe. Für eine bereichsübergreifend verantwortliche Person kann Zuhören ohne eigene Entscheidungsbefugnis daher einen Beziehungswert haben, sofern es nicht als Übertragung von Entscheidungsmacht dargestellt wird.

Führen durch Einfluss im Kanton Bern: Wie wird eine Konsultation ohne eigene Entscheidungsbefugnis glaubwürdig? — SHR, Bern — Berne
Führen durch Einfluss im Kanton Bern: Wie wird eine Konsultation ohne eigene Entscheidungsbefugnis glaubwürdig? — SHR, Bern — Berne

3. Der vorschnelle Schluss: Konsultation legitimiert nicht alles

Daraus abzuleiten, dass eine Konsultation allein die Akzeptanz einer nachteiligen Entscheidung sichert, wäre überzogen. Eine Stellungnahme zu ermöglichen, Beiträge zu prüfen und die Beteiligten entscheiden zu lassen, sind drei unterschiedliche Zusagen. Ein glaubwürdiges Vorgehen legt offen, was noch veränderbar ist, was bereits feststeht und wer entscheidet. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

4. Die Grenzen: Wahrgenommene Gerechtigkeit ist keine Konformitätsprüfung

Folgers Experiment bildet die rechtlichen und institutionellen Verantwortlichkeiten einer Berner Organisation nicht ab; das Modell von Tyler und Blader ist eine theoretische Synthese und keine lokale Evaluation. Die Arbeiten belegen weder, dass eine Konsultation jede Entscheidung verbessert, noch, dass sie Transparenzpflichten erfüllt. In einem zweisprachigen Umfeld wie Biel/Bienne ist es zudem eine praktische Vorsichtsmassnahme, Beiträge in den Arbeitssprachen zugänglich zu machen, aber keine durch diese Artikel belegte Wirkung.

5. Eine überprüfbare Praxis in Bern

Ein hypothetisches Beispiel in Bern: Eine Person koordiniert die Konsultation zu einem Wartungsverfahren für Geräte in einer Institution des öffentlichen Gesundheitswesens, ohne Weisungsbefugnis gegenüber dem technischen Dienst oder der Leitung. Vor Beginn hält sie den veränderbaren Umfang und die Entscheidungsinstanz fest; anschliessend dokumentiert ein Register für jeden Vorschlag den Status, die Begründung der Behandlung und die für die Antwort zuständige Person unter Wahrung der Vertraulichkeit. Zum Abschluss misst sie den Anteil der Vorschläge, für die eine begründete und den Beitragenden zugängliche Antwort vorliegt: Dieser Indikator prüft die Nachvollziehbarkeit der Konsultation, nicht die Zustimmung zur Entscheidung. Weiterführend: entdecken Sie die Führen durch Einfluss-Weiterbildung in Bern im Kanton Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Führen durch Einfluss in Bern

Führen durch Einfluss-Weiterbildung in Bern — in der Praxis
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Führen durch Einfluss-Weiterbildung in Bern — Praxis-Workshop
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Führen durch Einfluss-Weiterbildung in Bern — vor Ort
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