IA on the job: Belegt Erfolg mit Unterstützung eine Kompetenz?

Im Programm «IA on the job» von SHR — Swiss Human Resources verdient die Unterscheidung zwischen erzieltem Ergebnis und erworbener Kompetenz besondere Aufmerksamkeit. Die Führungsfrage ist konkret: Auf welche Prüfung soll sich ein Kompetenznachweis stützen, wenn ein Assistent zum Erfolg beiträgt?
Was die Forschung belegt
Nicholas C. Soderstrom und Robert A. Bjork (2015, Perspectives on Psychological Science) unterscheiden die während des Lernens beobachtbare Leistung von den dauerhaften Veränderungen, die das Lernen selbst ausmachen. Ihre Übersichtsarbeit zeigt, dass Bedingungen, die unmittelbaren Erfolg begünstigen, nicht zwangsläufig das Behalten oder den Transfer fördern. Auf KI übertragen legt diese Unterscheidung nahe, ein gelungenes Arbeitsergebnis mit KI-Unterstützung nicht als ausreichenden Beleg für dauerhafte Kompetenz zu behandeln.
Was eine Abrufprüfung sichtbar macht
Henry L. Roediger III und Jeffrey D. Karpicke (2006, Psychological Science) verglichen das wiederholte Lernen von Texten mit Bedingungen, die Tests zum freien Erinnern umfassten. In ihren Experimenten hängt der Vorteil vom zeitlichen Abstand zur Prüfung ab: Wiederholtes Lernen kann die unmittelbare Leistung begünstigen, während Abrufprüfungen das längerfristige Behalten fördern. Die während einer Übung empfundene Leichtigkeit und eine später verfügbare Fähigkeit sind daher keine austauschbaren Indikatoren.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man schliessen, dass jeder Kompetenznachweis KI ausschliessen muss. Das würde zwei unterschiedliche Ziele vermischen: eine Aufgabe mit den zugelassenen Ressourcen zu bewältigen und persönlich über das Wissen zu verfügen, das zur Kontrolle des Ergebnisses nötig ist. Führungskräfte müssen festlegen, was sie prüfen, statt eine Prüfung ohne Hilfsmittel zum universellen Kompetenzmassstab zu machen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Arbeiten nicht belegen
Diese Publikationen untersuchen keine heutigen generativen Assistenten in Freiburger Unternehmen. Eine Aufgabe zum Erinnern von Texten bildet weder die Bearbeitung einer Produktionsabweichung noch die Koordination eines zweisprachigen Teams ab. Die Arbeiten begründen eine Unterscheidung der Prüfungsformen, legen aber weder den ohne KI zu bearbeitenden Arbeitsanteil noch eine allgemeingültige Bestehensgrenze fest.
Eine überprüfbare Praxis in Freiburg
In Freiburg könnte SHR einem zweisprachigen Unternehmen der Lebensmittelindustrie oder einem anderen Industriebetrieb, gegebenenfalls mit methodischer Unterstützung aus dem Hochschulumfeld, einen zweistufigen Kompetenznachweis anhand fiktiver Produktionsabweichungen vorschlagen: zunächst eine Lösung mit KI, eine Woche später einen vergleichbaren Fall, bei dem ohne KI jene Punkte zu erkennen sind, die eine Eskalation erfordern. Vor der Übung würden die Fachverantwortlichen die erwarteten Punkte festlegen und die Gleichwertigkeit der französischen und deutschen Fassungen prüfen lassen, ohne die sprachliche Qualität zu benoten. Gemessen würde der Anteil der Teilnehmenden, die die unterstützte Übung bestanden haben und anschliessend sämtliche vorab definierten kritischen Punkte erkennen; die zugehörigen Personenzahlen würden ebenfalls dokumentiert. Dieses Ergebnis würde nicht die gesamte Kompetenz messen, aber die Lücke zwischen unterstütztem Erfolg und persönlich verfügbarem, unverzichtbarem Wissen überprüfbar machen. Weiterführend: entdecken Sie die KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Freiburg im Kanton Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI im Arbeitsalltag in Freiburg



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