Forschung 2024-08-25 KI im Arbeitsalltag Genf

IA on the job: Wie viele Optionen sollen die Empfänger erhalten?

IA on the job: Wie viele Optionen sollen die Empfänger erhalten? — SHR, Genf
IA on the job: Wie viele Optionen sollen die Empfänger erhalten? — SHR, Genf

Ein Assistent kann mehrere Angebote, Szenarien oder Empfehlungen vorbereiten, ohne dass den Empfängern mehr Zeit für deren Prüfung zur Verfügung steht. Die Führungsfrage ist konkret: Sollen alle erzeugten Optionen weitergegeben werden, oder braucht es eine Vorauswahl, bevor eine Entscheidung verlangt wird?

Was die Forschung belegt

Sheena S. Iyengar und Mark R. Lepper (2000, Journal of Personality and Social Psychology) zeigten in mehreren Experimenten, dass eine grosse Auswahl zunächst mehr Interesse wecken, anschliessend aber einen Kauf oder die Beschäftigung mit einer Aufgabe hemmen konnte. Diese Ergebnisse unterscheiden zwei häufig verwechselte Momente: Optionen haben zu wollen und zwischen ihnen wählen zu können. Ein umfangreicherer Vorschlag ist deshalb nicht unbedingt eine bessere Entscheidungshilfe.

Ein Effekt, der nicht überall auftritt

Benjamin Scheibehenne, Rainer Greifeneder und Peter M. Todd (2010, Journal of Consumer Research) untersuchten die Überlastung durch Auswahlmöglichkeiten erneut in einer Metaanalyse. Sie fanden einen durchschnittlichen Effekt nahe null, bei erheblichen Unterschieden zwischen den Studien. Ihre Arbeit bestreitet die beobachteten Schwierigkeiten nicht, erlaubt aber nicht, sie als zwangsläufige Folge einer grossen Auswahl zu behandeln.

IA on the job: Wie viele Optionen sollen die Empfänger erhalten? — SHR, Genf — Genève
IA on the job: Wie viele Optionen sollen die Empfänger erhalten? — SHR, Genf — Genève

Der vorschnelle Schluss

Daraus könnte man ableiten, dass man die KI lediglich um eine kürzere Liste bitten muss. Damit würde eine fragwürdige Regel — mehr sei besser — durch eine ebenso pauschale Regel ersetzt. Für Führungskräfte geht es vielmehr darum zu prüfen, ob eine Vorauswahl den Vergleich erleichtert, ohne eine für die Empfänger wichtige Option auszuschliessen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

Was sich aus diesen Daten nicht ableiten lässt

Diese Studien untersuchen keine beruflichen Angebote, die mit generativer KI in den Genfer Branchen erstellt werden. Sie bestimmen daher weder eine optimale Anzahl von Vorschlägen noch eine Regel, die für alle Empfänger gilt. Die Qualität der Optionen, ihre Darstellung und die Vorkenntnisse zum Fall müssen bei einer lokalen Prüfung berücksichtigt werden.

Eine überprüfbare Praxis in Genf

Im Rahmen des SHR-Programms «IA on the job» kann eine Übung mit fiktiven Fällen zwei Darstellungen vergleichen: eine vollständige Liste zulässiger Optionen und eine ausdrücklich begründete Vorauswahl, wobei die übrigen Optionen auf Anfrage zugänglich bleiben. In Genf können die Fälle ein Private-Banking-Angebot, ein Logistikszenario einer internationalen Organisation, eine Kundendienstleistung in der Luxusuhrenbranche oder einen Transportvorschlag im Rohstoffhandel betreffen. Werden die Teilnehmenden den Darstellungen zufällig zugeteilt und sowohl der Anteil der Entscheidungen, die sämtliche Fallkriterien erfüllen, als auch die Entscheidungszeit gemessen, entsteht eine konkrete Überprüfung. Eine kürzere Auswahl wird nur übernommen, wenn sie diese Zeit reduziert, ohne die Erfüllung der Kriterien zu verschlechtern. Weiterführend: entdecken Sie die KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Genf im Kanton Genf, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: KI im Arbeitsalltag in Genf

KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Genf — in der Praxis
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KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Genf — Praxis-Workshop
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KI im Arbeitsalltag-Weiterbildung in Genf — vor Ort
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