Ausbildung für Ausbildende im Kanton Bern: Wie lassen sich Unterlagen vereinfachen, ohne die Nachvollziehbarkeit der Regeln zu verlieren?

Im Kanton Bern verleihen Bundesverwaltung, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Präzisionsindustrie dem Spannungsfeld zwischen didaktischer Klarheit und Dokumentationsanforderungen besonderes Gewicht. Für das SHR-Programm «Ausbildung für Ausbildende» lautet die konkrete Führungsfrage: Wie lässt sich ein Verfahren einfacher erklären, ohne seine Grundlagen und Ausnahmen unsichtbar zu machen?
Was die Literatur belegt
Shannon F. Harp und Richard E. Mayer (1998, Journal of Educational Psychology) zeigten in Experimenten zum Lernen mit naturwissenschaftlichen Erklärungen, dass interessante, aber sachlich nicht relevante Details das Behalten und den Transfer beeinträchtigen konnten. Ihre Ergebnisse stützen insbesondere die Annahme, dass solche Details die Aufmerksamkeit auf eine Strukturierung des Inhalts lenken, die der zentralen Erklärung nicht dient. Für Ausbildende geht es deshalb nicht um möglichst schmucklose Unterlagen, sondern darum, die didaktische Funktion jeder Ergänzung zu begründen.
Der Mechanismus: begrenzte Verarbeitungskapazität
Richard E. Mayer und Roxana Moreno (2003, Educational Psychologist) geben einen Überblick über Möglichkeiten, kognitive Überlastung beim multimedialen Lernen zu verringern, gestützt auf ein Modell begrenzter Verarbeitungskapazität. Informationen auszuwählen, ihre Bestandteile zu ordnen und mit Vorwissen zu verknüpfen beansprucht Ressourcen, die eine Darstellung gezielt unterstützen oder zerstreuen kann. Diese Analyse spricht dagegen, auf derselben Bildschirmseite eine Entscheidung zu erklären, sämtliche Quellen anzuzeigen und alle Ausnahmen zu dokumentieren.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, alles zu streichen, was eine Folie komplexer macht; damit würde man didaktische Relevanz mit Dokumentationspflichten verwechseln. Eine Ausnahme, die die erforderliche Entscheidung verändert, ist kein schmückendes Detail, auch wenn sie die Erklärung erschwert. Ein vorsichtigerer Ansatz verbindet entscheidungsorientierte Schulungsunterlagen mit einer vollständigen, versionierten und leicht zugänglichen Referenz. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Arbeiten nicht klären können
Diese Publikationen untersuchen weder Verfahren der Bundesverwaltung noch zweisprachige Schulungen im Kanton Bern. In Biel stellt der zweisprachige Kontext eine zusätzliche Frage: Behält eine kürzere Formulierung im Französischen und im Deutschen dieselbe handlungsleitende Bedeutung? Die zitierten Ergebnisse erlauben weder die Festlegung einer Sprachenpolitik noch die Garantie, dass ein vereinfachtes Dokument die Verpflichtungen einer Organisation mit öffentlichem Auftrag erfüllt.
Eine überprüfbare Praxis in Bern
In einem SHR-Workshop zur Ausbildung von Ausbildenden in Bern könnte eine hypothetische Übung die Bearbeitung eines Verwaltungsgesuchs, eine Vorgabe im öffentlichen Gesundheitswesen, einen Telekommunikationsvorfall oder eine Nichtkonformität in der Präzisionsindustrie betreffen. Die Teilnehmenden würden ein Erklärungsblatt und eine damit verknüpfte vollständige Referenz erstellen und diese anschliessend von anderen an einem Standardfall sowie einem Fall mit Ausnahme erproben lassen; in einem zweisprachigen Umfeld würden die Fälle in beiden Sprachen angeboten. Gemessen würde der Anteil der Antworten, die drei beobachtbare Elemente verbinden: eine korrekte Entscheidung, eine sachgerechte Begründung und das Auffinden der anwendbaren Regel in ihrer gültigen Fassung. Diese lokale Überprüfung würde Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Unterlagen prüfen, ohne damit allein ihre Wirksamkeit im Arbeitsalltag nachzuweisen. Weiterführend: entdecken Sie die Train the Trainer-Weiterbildung in Bern im Kanton Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Train the Trainer in Bern



- train the trainer
- Bern
- forschung
- Weiterbildung bern
