KI-Assistenten: Ist eine ansprechende Oberfläche in Basel ein Qualitätsnachweis?

Mit No-Code-Werkzeugen lässt sich einem KI-Assistenten rasch ein professionelles Erscheinungsbild geben. Für eine Führungskraft stellt sich eine konkrete Frage: Wie lässt sich vermeiden, den attraktivsten statt des nützlichsten Prototyps auszuwählen?
Was die Literatur belegt
Richard Nisbett und Timothy Wilson (1977, Journal of Personality and Social Psychology) zeigen, dass ein Gesamteindruck die Bewertung einzelner Eigenschaften verändern kann, ohne dass die Beteiligten diesen Einfluss richtig erkennen. Ihr Experiment betrifft die Beurteilung eines Dozenten, nicht eines digitalen Werkzeugs. Es belegt dennoch ein für Assistenten-Demonstrationen relevantes Problem: Urteile über mehrere Eigenschaften sind nicht zwangsläufig unabhängige Bewertungen.
Leichte Lesbarkeit kann zum Qualitätssignal werden
Rolf Reber, Norbert Schwarz und Piotr Winkielman (2004, Personality and Social Psychology Review) verknüpfen in einer theoretischen Übersichtsarbeit die Verarbeitungsflüssigkeit mit ästhetischem Gefallen. Eine leichter zu verarbeitende Darstellung kann gerade wegen dieser Leichtigkeit positiv bewertet werden. Auf Assistenten übertragen ergibt sich daraus eine zu prüfende Hypothese: Die Lesbarkeit einer Antwort könnte eine Bewertung beeinflussen, die eigentlich deren betrieblichen Nutzen erfassen soll.

Der vorschnelle Schluss
Daraus abzuleiten, dass eine ansprechende Oberfläche verdächtig oder ein schlichter Prototyp zuverlässiger sei, wäre überzogen. Lesbarkeit ist selbst ein Qualitätsmerkmal, wenn sie hilft, Informationen zu finden oder eine vorgeschlagene Handlung zu verstehen. Entscheidend ist daher die Unterscheidung zwischen gemessener Benutzerfreundlichkeit und einem Gesamteindruck, der als Nachweis dient. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was eine Demonstration nicht erkennen lässt
Diese Arbeiten messen weder die Leistung heutiger KI-Assistenten noch das Ausmass eines möglichen Darstellungseffekts in einem Basler Unternehmen. Auch eine gelungene Demonstration erlaubt es nicht, die Beiträge von Inhalt, Oberfläche und gewähltem Szenario voneinander zu trennen. Eine allgemeine Zufriedenheitsnote vermischt diese Dimensionen und reicht für einen Einführungsentscheid nicht aus.
Eine überprüfbare Praxis in Basel
Im Rahmen des SHR-Programms « Créer ses assistants et agents IA sans coder » kann ein Basler Team an der Schnittstelle von Pharma, Life Sciences, Rheinlogistik und internationaler Forschung und Entwicklung einen Assistenten zur Vorbereitung von Transportanfragen für Proben anhand fiktiver Fälle testen. Dieselben Antworten werden in einer schlichten und einer aufwendig gestalteten Form präsentiert, wobei die Varianten zufällig zugeteilt werden und niemand denselben Fall zweimal sieht. Getrennt erfasst werden das angegebene Gefallen und der Anteil der Pflichtfelder, die gemäss einem vorab festgelegten Bewertungsraster korrekt in ein Anfrageformular übertragen wurden. Verbessert die Gestaltung nur das Gefallen, dokumentiert das Ergebnis eine Präferenz für die Oberfläche, nicht eine Verbesserung der geleisteten Arbeit. Weiterführend: entdecken Sie die KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen-Weiterbildung in Basel im Kanton Basel-Stadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen in Basel



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