KI-Assistenten: Wie bleibt die Ideenvielfalt erhalten?

Mit No-Code-Assistenten lassen sich rasch Ideen für ein Angebot, eine Kommunikationsmassnahme oder eine Serviceverbesserung entwickeln. Die konkrete Führungsfrage lautet: Sollten Mitarbeitende den Assistenten konsultieren, bevor sie eigene Ideen formuliert haben?
Was die Forschung belegt
Anil R. Doshi und Oliver P. Hauser (2024, Science Advances) untersuchten experimentell den Zugang zu KI-generierten Ideen beim Schreiben kurzer Geschichten. Dieser Zugang verbesserte die Kreativitätsbewertungen der einzelnen Texte, insbesondere bei Teilnehmenden mit zunächst geringerer Kreativität, doch die KI-unterstützten Geschichten ähnelten einander stärker. Eine Verbesserung einzelner Ergebnisse kann somit mit einer geringeren Vielfalt aller Ergebnisse einhergehen.
Der Mechanismus der Fixierung auf ein Beispiel
David G. Jansson und Steven M. Smith (1991, Design Studies) zeigten bei Entwurfsaufgaben, dass Teilnehmende Merkmale eines vorgelegten Beispiels übernehmen konnten, darunter auch problematische. Ein Beispiel bietet nicht nur eine Ressource: Es kann auch den erkundeten Lösungsraum einschränken. Dieser Mechanismus liefert eine mögliche Erklärungsperspektive für Vorschläge eines Assistenten, jedoch keinen direkten Nachweis seiner Wirkung in einem Team, das KI nutzt.

Der vorschnelle Schluss
Es wäre verlockend, daraus einen Ausschluss der KI aus kreativen Tätigkeiten abzuleiten. Die Ergebnisse unterscheiden vielmehr zwei Ziele: einen Vorschlag zu verbessern und ein Spektrum unterschiedlicher Vorschläge zu erhalten. Individuelle Ideen zu sammeln, bevor die Vorschläge des Assistenten sichtbar werden, ist eine zu prüfende organisatorische Hypothese und kein durch diese Studien bestätigtes Rezept. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht klären
Kurze Geschichten und Entwurfsaufgaben bilden weder die Rahmenbedingungen einer Gesundheitseinrichtung noch die Abwägungen eines Wasserkraftbetreibers ab. Diese Studien belegen auch nicht die langfristige Wirkung eines gemeinsam genutzten No-Code-Assistenten. Unterschiedliche Formulierungen zu zählen genügt zudem nicht: Mehrere Texte können dieselbe operative Option beschreiben.
Eine überprüfbare Praxis in Sion
Im SHR-Programm « Créer ses assistants et agents IA sans coder » kann ein Workshop in Sion anhand fiktiver Fälle zwei Abläufe vergleichen: den Assistenten vor der individuellen Ideenfindung oder erst danach zu konsultieren. Die Fälle können Informationen zu Bauarbeiten an Wasserkraftanlagen, den administrativen Empfang im Gesundheitswesen, einen Besuch im Weinbaubetrieb und ein alpines Tourismusangebot betreffen, ohne sensible Daten oder Sicherheitsentscheidungen. Bei gleicher Bearbeitungszeit und gleicher Anzahl an Vorschlägen fassen Bewertende, die den jeweiligen Ablauf nicht kennen, Doppelungen zusammen und zählen tatsächlich unterschiedliche Optionen, die vorab festgelegte Machbarkeitskriterien erfüllen. Eine Wiederholung mit vertauschten Abläufen zwischen den Gruppen kann eine lokale Organisationsentscheidung unterstützen, ohne eine allgemeingültige Regel zu beanspruchen. Weiterführend: entdecken Sie die KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen-Weiterbildung in Sitten im Kanton Wallis, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen in Sitten



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