KI-Assistenten: Wer sollte in Basel die erste Schätzung abgeben?

Wer in Basel einen Probentransfer, einen Transport in der Rheinlogistik oder einen Meilenstein internationaler Forschung und Entwicklung plant, muss häufig eine noch ungewisse Dauer schätzen. Die präzise Führungsfrage lautet: Soll die Schätzung des Assistenten erscheinen, bevor die Fachperson ihre eigene formuliert hat?
Was die Literatur belegt
Amos Tversky und Daniel Kahneman (1974, Science) beschreiben den Ankereffekt: Ein Ausgangswert kann ein numerisches Urteil beeinflussen, selbst wenn er wenig relevante Information liefert. Der Ausgangspunkt ist somit nicht zwangsläufig nur eine Orientierung, die sich beliebig korrigieren lässt. Für einen KI-Assistenten ergibt sich daraus eine Gestaltungshypothese, kein unmittelbar belegtes Ergebnis: Eine angezeigte Dauer könnte die anschliessende Schätzung beeinflussen.
Warum die Korrektur unzureichend bleiben kann
Nicholas Epley und Thomas Gilovich (2006, Psychological Science) zeigen, dass bei selbst erzeugten Ankern die Anpassung enden kann, sobald ein Wert plausibel erscheint. Einen Ausgangswert zu korrigieren bedeutet daher nicht zwangsläufig, sich ausreichend von ihm zu entfernen. Dieser Mechanismus lässt sich nicht automatisch auf eine von KI gelieferte Zahl übertragen, stellt aber die Annahme infrage, eine blosse Änderungsmöglichkeit neutralisiere jeden anfänglichen Einfluss.

Der voreilige Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass der Mensch immer zuerst schätzen sollte. Diese Arbeiten belegen jedoch weder, dass menschliche Schätzungen besser wären, noch, dass ein automatisierter Vorschlag die Entscheidung systematisch verschlechtern würde. Eine gut informierte erste Schätzung kann nützlich sein; entscheidend ist, ihren Informationsbeitrag von ihrer Anziehungskraft auf das spätere Urteil zu unterscheiden. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht entscheiden können
Diese Studien untersuchen weder generative Assistenten noch die Planung in den Life Sciences. Sie erlauben keine Festlegung einer optimalen Anzeigereihenfolge für Pharmateams, die mit internationalen Partnern arbeiten. Eine unabhängige Schätzung einzuholen verursacht ebenfalls Aufwand: Dieser Schritt sollte dort erprobt werden, wo fehlerhafte Zeitschätzungen erhebliche Folgen haben, statt ihn grundsätzlich vorzuschreiben.
Eine überprüfbare Praxis in Basel
Im Rahmen des SHR-Programms « Créer ses assistants et agents IA sans coder » könnte ein Basler Team anhand anonymisierter, rückblickend aufbereiteter Fälle aus Probentransfers oder der Rheinlogistik zwei Abläufe konfigurieren: Die Schätzung des Assistenten wird sofort angezeigt, oder eine menschliche Schätzung wird vor ihrer Anzeige erfasst. Die Teilnehmenden würden den Abläufen zufällig zugeteilt, erhielten dieselben zum Prognosezeitpunkt verfügbaren Informationen und hätten keinen Zugang zu den tatsächlich realisierten Laufzeiten. Die Hauptkennzahl wäre der Median der absoluten Abweichungen zwischen der abschliessend geschätzten und der tatsächlichen Dauer; der Zeitaufwand für die Schätzung würde separat erfasst. Dieser Test würde für sich allein keinen Ankermechanismus beweisen, aber überprüfen, ob die Anzeigereihenfolge die Prognose in diesem Kontext tatsächlich verbessert. Weiterführend: entdecken Sie die KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen-Weiterbildung in Basel im Kanton Basel-Stadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen in Basel



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