KI-Assistenten: Soll eine Option vorausgewählt sein?

Im Programm «KI-Assistenten und KI-Agenten ohne Programmieren erstellen» von SHR — Swiss Human Resources verdient die Gestaltung der Benutzeroberfläche ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Formulierung der Anweisungen. Die Führungsfrage ist konkret: Soll ein Assistent eine Option vorauswählen, wenn mehrere vertretbare Antworten möglich sind?
Was die Forschung belegt
William Samuelson und Richard Zeckhauser (1988, Journal of Risk and Uncertainty) dokumentierten eine Status-quo-Verzerrung: Wird eine Option als bestehender Zustand dargestellt, kann dies ihre Beibehaltung begünstigen. Ihre Arbeiten zeigen, dass Entscheidungen nicht nur von den Eigenschaften der Optionen abhängen, sondern auch von deren Verhältnis zu einem Bezugspunkt. Bei einem KI-Assistenten spricht dies dafür, vorausgefüllte Felder und übernommene Vorschläge zu untersuchen, ohne anzunehmen, dass diese Studie deren Wirkung direkt misst.
Auch die Formulierung kann die Wahl verschieben
Amos Tversky und Daniel Kahneman (1981, Science) zeigten, dass unterschiedliche Formulierungen desselben Problems die geäusserten Präferenzen verändern können, insbesondere wenn Folgen als Gewinne oder Verluste dargestellt werden. Ein Assistent, der «das bisherige Vorgehen beibehalten» statt «auf ein alternatives Verfahren verzichten» anbietet, stellt damit nicht zwingend eine psychologisch gleichwertige Wahl dar. Der Mechanismus betrifft die Darstellung der Entscheidung, nicht die sachliche Richtigkeit der Antwort.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, jede Vorauswahl und jede Empfehlung abzuschaffen. Diese Arbeiten belegen jedoch nicht, dass ein solcher Verzicht berufliche Entscheidungen systematisch verbessert. Ein Standardwert kann eine Routineaufgabe erleichtern; entscheidend ist, seine Übernahme nicht mit einer abgewogenen Präferenz zu verwechseln. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht entscheiden können
Diese Artikel untersuchen weder generative Assistenten noch heutige No-Code-Oberflächen. Sie erlauben es nicht, die Wirkung einer Vorauswahl in einer Verwaltung, einem Gesundheitsdienst oder einem Berner Unternehmen zu beziffern. Eine hohe Bestätigungsquote genügt deshalb in der Praxis nicht als Beleg für die Angemessenheit einer Empfehlung: Sie kann auch den Aufwand widerspiegeln, der für eine andere Wahl nötig ist.
Eine überprüfbare Praxis in Bern
Im Rahmen des SHR-Programms kann eine Übung in Bern fiktive Fälle zur Weiterleitung von Anfragen aus der Bundesverwaltung, dem öffentlichen Gesundheitswesen, der Telekommunikation und der Präzisionsindustrie verwenden. Die Teilnehmenden werden zufällig zwei Versionen desselben Assistenten zugeteilt: identische Optionen und Erklärungen, aber einmal mit einer vorausgewählten Option und einmal mit einer zwingenden ausdrücklichen Wahl. Gemessen wird der Anteil der endgültigen Entscheidungen, die der vorausgewählten Option entsprechen; dieser Unterschied wird anschliessend der Erfüllung eines vor dem Versuch festgelegten fachlichen Kriterienrasters gegenübergestellt. Verändert sich die Auswahl, ohne dass sich die Erfüllung dieser Kriterien verbessert, sollte die Vorauswahl überprüft und nicht als nachgewiesene Hilfe dargestellt werden. Weiterführend: entdecken Sie die KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen-Weiterbildung in Bern im Kanton Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: KI-Assistenten und Agenten ohne Programmierung erstellen in Bern



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