Verbessert präziseres Feedback die Arbeit in Sion?

Feedback nimmt in Empfehlungen für Teamverantwortliche einen wichtigen Platz ein, ohne dass seine Funktion immer ausdrücklich geklärt wird. Für das Programm « Management de proximité » von SHR — Swiss Human Resources lautet die entscheidende Frage: Hilft eine Rückmeldung zur Aufgabe und zum nächsten Korrekturschritt mehr als eine allgemeine Beurteilung der mitarbeitenden Person?
Was die Forschung belegt
Avraham N. Kluger und Angelo DeNisi (1996, Psychological Bulletin) zeigen in einer Metaanalyse, dass Feedbackinterventionen die Leistung im Durchschnitt verbessern, sie aber auch verschlechtern können. Ihr theoretischer Rahmen betont die Rolle der Aufmerksamkeit: Eine Rückmeldung, die den Blick von der Aufgabe auf die Bewertung der eigenen Person lenkt, kann kontraproduktiv werden. Eine Rückmeldung zu geben, ist somit für sich allein noch keine wirksame Intervention.
Der Mechanismus: Korrekturen ermöglichen
John Hattie und Helen Timperley (2007, Review of Educational Research) unterscheiden Rückmeldungen zur Aufgabe, zu Prozessen, zur Selbstregulation und zur Person. Ihre Übersichtsarbeit zum Lernen im Bildungskontext legt nahe, das angestrebte Ergebnis, die beobachtete Abweichung und die nächsten Schritte zu klären. Für eine Führungskraft spricht dies dafür, «Arbeiten Sie sorgfältiger» durch eine dokumentierte Abweichung und eine umsetzbare Handlung zu ersetzen, ohne diese Übertragung als betrieblich nachgewiesene Wirkung darzustellen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass jedes Feedback lediglich ausführlicher werden müsse, damit sich die Arbeit verbessert. Doch auch eine präzise Rückmeldung nützt wenig, wenn der mitarbeitenden Person die Zeit, die Mittel oder die Gelegenheit zur Umsetzung fehlen. Es geht nicht darum, mehr zu kommentieren, sondern eine sinnvolle Veränderung verständlich und machbar zu machen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die Daten nicht versprechen können
Die Metaanalyse umfasst unterschiedliche Aufgaben und Interventionsformen; sie liefert kein für jeden Beruf validiertes Rezept. Auch die Übersichtsarbeit aus dem Bildungsbereich belegt nicht, dass dasselbe Format in einem Wasserkraftwerk, einer Pflegeeinheit oder einer Weinkellerei dieselben Wirkungen hätte. Eine bessere Ausführung nach einer Rückmeldung reicht zudem nicht aus, um die Veränderung darauf zurückzuführen: Erfahrung, Arbeitsbelastung und Arbeitsbedingungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Eine überprüfbare Praxis in Sion
Im Rahmen des Programms « Management de proximité » könnte ein Team in Sion strukturierte Rückmeldungen zu einer wiederkehrenden Aufgabe erproben: einem Einsatzbericht in der Wasserkraft, einer Übergabe im Gesundheitswesen, einem Chargenprotokoll im Weinbau oder einer Schichtübergabe im alpinen Tourismus. Während eines vorab festgelegten Zeitraums würde die Führungskraft die beobachtbare Abweichung, die vereinbarte Korrektur und das Erfüllungskriterium festhalten, ohne Fach- oder Sicherheitsverfahren zu ersetzen. Gemessen würde der Anteil vergleichbarer Aufgaben, die bei der nächsten Ausführung dieses Kriterium erfüllen, bezogen auf sämtliche erfassten Aufgaben und verglichen mit einem Ausgangszeitraum, der nach derselben Regel beobachtet wurde. Diese Erfassung würde eine lokale Entwicklung dokumentieren, keinen Kausalnachweis liefern; unnötige personenbezogene oder klinische Daten würden nicht aufgenommen. Weiterführend: entdecken Sie die Führung an der Basis-Weiterbildung in Sitten im Kanton Wallis, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Führung an der Basis in Sitten



- führung an der basis
- Sitten
- forschung
- Weiterbildung sitten
