Weiterbildung Weibliche Führung in Bern · Kanton BerneLeadership für Frauen im Kanton Bern: Wie werden Risiken vor einer Entscheidung angesprochen?

Im Kanton Bern bieten Bundesverwaltung, öffentliche Gesundheit, Telekommunikation und Präzisionsindustrie Arbeitskontexte, in denen fachliche Bedenken eine geplante Entscheidung infrage stellen können. Für das SHR-Programm «Leadership für Frauen» lautet die organisatorische Frage: Wie können Führungskräfte solche Bedenken vor einer verbindlichen Entscheidung einholen, ohne deren Äusserung allein dem individuellen Mut zu überlassen?
Was die Forschung zeigt: Wer sich äussert, geht ein zwischenmenschliches Risiko ein
Amy C. Edmondson (1999, Administrative Science Quarterly) stellt einen Zusammenhang zwischen der psychologischen Sicherheit eines Teams und seinem Lernverhalten fest. Psychologische Sicherheit bezeichnet die gemeinsame Überzeugung, dass im Team zwischenmenschliche Risiken eingegangen werden können, etwa einen Fehler einzugestehen oder um Hilfe zu bitten. Sie bedeutet weder den Verzicht auf hohe Anforderungen noch ständige Einigkeit.
Ein Mechanismus: Offenheit zeigt sich im Verhalten
James R. Detert und Ethan R. Burris (2007, Academy of Management Journal) zeigen, dass die Offenheit von Führungskräften damit zusammenhängt, ob Mitarbeitende Vorschläge und Bedenken äussern. Ihre Analysen weisen auf eine vermittelnde Rolle der psychologischen Sicherheit in diesem Zusammenhang hin. Eine formelle Einladung, eine Entscheidung zu hinterfragen, ersetzt deshalb nicht das Verhalten, das einen solchen Widerspruch tatsächlich ermöglicht.

Der vorschnelle Schluss: Frauen müssten sich einfach mehr trauen
Daraus abzuleiten, Frauen sollten sich lediglich häufiger zu Wort melden, würde die Verantwortung von den organisatorischen Rahmenbedingungen auf die Einzelnen verlagern. Diese Studien belegen weder ein weibliches Defizit beim Ansprechen von Anliegen noch die spezifische Wirksamkeit einer Führungsausbildung für Frauen. Ihr Beitrag liegt vielmehr darin, die Bedingungen für das Äussern und Bearbeiten von Einwänden in den Mittelpunkt zu rücken, ohne einen besonderen weiblichen Führungsstil vorauszusetzen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Die Grenzen: Ein protokollierter Einwand ist noch kein gehörter Einwand
Diese Studien beziehen sich nicht auf den Kanton Bern und können die Wirkung eines lokalen Verfahrens nicht garantieren. In Organisationen mit öffentlichem Auftrag kann Transparenz dafür sprechen, Abwägungen zu dokumentieren; zugleich sind die Vertraulichkeit von Daten und der Schutz der Beteiligten zu wahren. Einwände lediglich zu zählen, reicht nicht aus: Eine Zunahme kann auf offenere Kommunikation statt auf eine Verschlechterung der Lage hinweisen.
Eine überprüfbare Praxis in Bern
Ein hypothetisches Beispiel: Eine Projektleiterin bereitet in Bern die Einführung eines digitalen Angebots im Bereich der öffentlichen Gesundheit vor, gemeinsam mit einem Team, dem französisch- und deutschsprachige Mitarbeitende aus Biel angehören. Eine Übung im SHR-Programm könnte darin bestehen, Bedenken vor der Entscheidung in beiden Sprachen einzuholen und für jeden Einwand eine begründete Antwort, eine für die Nachverfolgung zuständige Person und einen Termin in einem Register mit angemessenen Zugriffsrechten festzuhalten. Über einen Monat liesse sich der Anteil der vor der Entscheidung eingegangenen Einwände messen, für die alle drei Angaben vorliegen: Das macht ihre Bearbeitung überprüfbar, misst aber für sich allein noch keine psychologische Sicherheit. Weiterführend: entdecken Sie die Weibliche Führung-Weiterbildung in Bern im Kanton Bern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Weibliche Führung in Bern



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