Zeitmanagement: Bedeutet weniger Zeitdruck auch mehr Kapazität?

In Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Tech-Unternehmen und europäischen Konzernzentralen in Zürich kann die wahrgenommene zeitliche Verfügbarkeit die Zuteilung von Aufgaben beeinflussen. Die präzise Führungsfrage lautet: Kann einer Person, die sich weniger unter Zeitdruck fühlt, sinnvollerweise mehr Arbeit übertragen werden?
Was die Forschung belegt
Cassie Mogilner, Zoë Chance und Michael I. Norton (2012, Psychological Science) zeigen in mehreren Experimenten, dass Zeit für andere aufzuwenden das Gefühl verstärken kann, über Zeit zu verfügen. Ihre Ergebnisse stützen einen Mechanismus, der über ein erhöhtes Gefühl persönlicher Wirksamkeit verläuft. Es handelt sich um eine veränderte Wahrnehmung, nicht um den Nachweis, dass die Teilnehmenden objektiv mehr Stunden oder eine höhere produktive Kapazität haben.
Eine Wahrnehmung, die von Erfahrungen abhängt
Melanie Rudd, Kathleen D. Vohs und Jennifer Aaker (2012, Psychological Science) zeigen, dass auch das Erleben von ehrfürchtigem Staunen die wahrgenommene zeitliche Verfügbarkeit erhöhen kann, indem es die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment richtet. Dieser zweite Befund verdeutlicht den Unterschied zwischen gemessener und erlebter Zeit: Die Zeitwahrnehmung kann sich verändern, ohne dass sich der Kalender entsprechend verändert. Daraus ergibt sich jedoch keine validierte Methode zur Steuerung der Arbeitsbelastung im Unternehmen.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, dass die Förderung gegenseitiger Unterstützung genügt, um Überlastung zu reduzieren. Diesen Schluss erlauben die Arbeiten nicht: Sich wirksamer oder weniger unter Zeitdruck zu fühlen bedeutet nicht, dass bestehende Verpflichtungen weniger aufwendig geworden sind. Ein solches verbessertes Befinden in zusätzliche Aufgaben umzusetzen würde eine psychologische Ressource mit operativer Kapazität verwechseln. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was sich anhand der Daten nicht entscheiden lässt
Diese Experimente stellen keine langfristige Validierung in Zürcher Teams dar, die regulatorischen, geschäftlichen oder technischen Fristen unterliegen. Sie bestimmen weder einen optimalen Zeitumfang für die Unterstützung anderer noch einen Schwellenwert zeitlicher Verfügbarkeit, der einen zusätzlichen Auftrag rechtfertigen würde. Umgekehrt reicht eine Stundenaufzeichnung nicht aus, um den erlebten Druck zu beschreiben: Beide Dimensionen verdienen eine getrennte Betrachtung.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Im Rahmen des Programms «Zeitmanagement & Priorisierung» von SHR — Swiss Human Resources kann ein Zürcher Team während zweier Wochen eine tägliche Erfassung testen, die eine Einschätzung der empfundenen zeitlichen Verfügbarkeit mit einer Zählung der fälligen und tatsächlich eingehaltenen Zusagen verbindet. Die zentrale Messgrösse wäre der Anteil der zum vereinbarten Termin eingehaltenen Zusagen, verglichen zwischen Tagen mit geringer und hoher empfundener Verfügbarkeit, wobei Veränderungen von Arbeitsbelastung und Komplexität dokumentiert werden. Verbessert sich das Erleben ohne entsprechende Verbesserung der Termintreue, beweist dies nicht das Ausbleiben eines Nutzens, rechtfertigt aber auch keine zusätzlichen Aufgaben. Diese beschreibende Überprüfung ermöglicht es, Priorisierung zu besprechen, ohne berichtetes besseres Befinden automatisch in zusätzliche Kapazität umzurechnen. Weiterführend: entdecken Sie die Zeitmanagement & Priorisierung-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Zeitmanagement & Priorisierung in Zürich



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