Feedback: korrigieren, ohne kreative Erkundung einzuengen

In Finanzdienstleistungs-, Versicherungs- und Technologieunternehmen sowie an den europäischen Hauptsitzen internationaler Konzerne in Zürich müssen Führungskräfte noch unausgereifte Vorschläge beurteilen. Die konkrete Frage lautet: Wie lassen sich Schwächen benennen, ohne Mitarbeitende dazu zu bringen, nur noch vermeintlich bereits genehmigte Lösungen vorzuschlagen?
Was die Literatur belegt
Teresa M. Amabile (1979, Journal of Personality and Social Psychology) untersuchte experimentell, wie sich die Erwartung einer externen Bewertung auf die Kreativität künstlerischer Arbeiten auswirkt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass diese Erwartung die Kreativität je nach den Bedingungen der angekündigten Bewertung verringern kann. Die Studie behandelt die Erwartung eines Urteils, nicht ein Feedbackgespräch: Sie verdeutlicht, dass der Bewertungsrahmen bereits vor dem Kommentar der Führungskraft wirkt.
Informieren ist nicht kontrollieren
Jing Zhou (1998, Journal of Applied Psychology) untersuchte gemeinsam die positive oder negative Ausrichtung des Feedbacks, seinen informierenden oder kontrollierenden Stil, die Aufgabenautonomie und die Leistungsorientierung. Das Experiment zeigt Wechselwirkungen: Der Einfluss des Feedbacks auf die Kreativität hängt von seiner Kombination mit anderen Bedingungen ab, nicht allein von seiner positiven oder negativen Ausrichtung. Eine Rückmeldung, die Orientierung vermittelt, ist deshalb nicht dieselbe Intervention wie eine Rückmeldung, die zur Anpassung drängt.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, zum Schutz der Kreativität auf jede Kritik zu verzichten. Diese Studien rechtfertigen weder diese Regel noch die Annahme, ein positiver Kommentar reiche aus, um bessere Vorschläge hervorzubringen. Eine vorsichtigere Führungsentscheidung besteht darin, nicht verhandelbare Anforderungen von persönlichen Präferenzen zu trennen, damit eine Präferenz nicht stillschweigend zur einzig zulässigen Lösung wird. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Daten nicht garantieren
Diese Experimente bilden weder die regulatorischen Pflichten eines Versicherers noch die internen politischen Abwägungen eines internationalen Hauptsitzes ab. Ein kreatives Ergebnis garantiert auch weder Regelkonformität noch wirtschaftlichen Nutzen oder Umsetzbarkeit. Die übliche Praxis lässt zudem einen blinden Fleck: Eine korrigierte Fassung zeigt nicht, ob Mitarbeitende Alternativen erkundet oder lediglich die bevorzugte Antwort der Führungskraft erraten haben.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Als praktische Anwendung des SHR-Programms « L'art du feedback » in Zürich kann ein Team einen Monat lang ein Format testen, das bei jeder Rückmeldung zu einem Vorschlag verbindliche Anforderungen, offene Fragen und Präferenzen der Führungskraft trennt. Vor dem Test definiert es eine Alternative als Lösung mit einem tatsächlich anderen Wirkungsmechanismus und nicht bloss einer anderen Darstellung. Anschliessend misst es den Anteil überarbeiteter Vorschläge, denen mindestens zwei so definierte Alternativen beiliegen, und vergleicht ihn anhand aufbewahrter Fassungen mit dem Vormonat. Diese Erhebung beweist keinen Kreativitätsgewinn, macht aber überprüfbar, ob nach dem Feedback Raum für Erkundung sichtbar bleibt, ohne regelwidrige Optionen als akzeptabel einzustufen. Weiterführend: entdecken Sie die Die Kunst des Feedbacks-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Die Kunst des Feedbacks in Zürich



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