Kurze Erfolgsserie: Was wenige gute Ergebnisse nicht belegen

In den Zürcher Finanzdienstleistungs-, Versicherungs- und Technologieunternehmen sowie an den europäischen Hauptsitzen internationaler Konzerne kann ein erfolgreicher Pilot rasch zur internen Referenz werden. Die Führungsfrage ist konkret: Was ist zu prüfen, bevor eine kurze Erfolgsserie zum Entscheid über eine breitere Einführung führt?
Was die Forschung belegt
Amos Tversky und Daniel Kahneman (1971, Psychological Bulletin) beschreiben die Überzeugung, eine kleine Stichprobe müsse die Eigenschaften der Grundgesamtheit, aus der sie stammt, zuverlässig widerspiegeln. Ihre Befragung von Forschenden mit statistischer Ausbildung zeigt, dass diese Erwartung dazu führen kann, die Aussagekraft und Replizierbarkeit von Ergebnissen aus kleinen Stichproben zu überschätzen. Für Führungskräfte ist entscheidend: Wenige Beobachtungen sind nicht wertlos, können aber wesentlich repräsentativer erscheinen, als sie tatsächlich sind.
Der Mechanismus hinter der überzeugenden Serie
Amos Tversky und Daniel Kahneman (1974, Science) beschreiben unter anderem die mangelnde Berücksichtigung der Stichprobengrösse und intuitive Fehlurteile zur Regression zum Mittelwert. Auf eine aussergewöhnlich gute Leistung kann ein gewöhnlicheres Ergebnis folgen, ohne dass sich die Methode oder das Team verändert hat. Wird ein Pilot gerade wegen seines aussergewöhnlichen Ergebnisses ausgewählt, ist es besonders fragwürdig, seine gesamte Leistung einer dauerhaft vorhandenen Kompetenz zuzuschreiben.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, vor einem Entscheid grundsätzlich weitere Daten abzuwarten. Diese Arbeiten bestimmen jedoch keine allgemeingültige Zahl von Beobachtungen, die für eine Verallgemeinerung ausreicht. Der Entscheid hängt auch von den Kosten des Wartens, den Folgen eines Fehlers und der Vielfalt der Situationen ab, auf die der Pilot ausgeweitet werden soll. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was die vorhandenen Daten nicht klären
Diese klassischen Artikel untersuchen Einführungsentscheide in Zürcher Organisationen nicht direkt und belegen nicht, dass ein bestimmtes Verfahren deren Rentabilität verbessert. In der Praxis genügt es nicht, Fälle zu zählen: Ergebnisse aus derselben Kundenbeziehung, demselben Team oder demselben Zeitraum können gemeinsame Ursachen haben. Eine scheinbar grosse Fallzahl bildet deshalb nicht unbedingt eine Grundlage aus unabhängigen Beobachtungen.
Eine überprüfbare Praxis in Zürich
Im Rahmen des SHR-Programms zur Entscheidungsfindung könnte ein Zürcher Team während vier Wochen Vorschläge für eine breitere Einführung prüfen, die auf einem Pilot beruhen – etwa für einen Bankkundenprozess, eine Schadenbearbeitung, eine Softwarefunktion oder einen Prozess am Konzernhauptsitz. Für jeden Vorschlag wären die Zahl der beobachteten Fälle, die Zielpopulation, die gemeinsamen Bedingungen der Fälle und ein Referenzergebnis aus vergleichbaren Situationen festzuhalten. Die Kennzahl wäre der Anteil der Vorschläge, die vor dem Entscheid alle vier Angaben enthalten, bezogen auf sämtliche geprüften Vorschläge. Diese Prüfung erfasst die Nachvollziehbarkeit der Überlegungen, nicht die künftige Qualität des Entscheids: Auch ein vollständiges Dossier kann zu einer schlechten Wahl führen. Weiterführend: entdecken Sie die Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Zürich im Kanton Zürich, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Entscheidungsfindung in Zürich



- entscheidungsfindung
- Zürich
- forschung
- Weiterbildung zürich
