Lässt sich Arbeit in Freiburg unterbrechen, ohne die Aufmerksamkeit zu zerstreuen?

In der Freiburger Lebensmittelwirtschaft, der zweisprachigen Industrie und im Hochschulumfeld können neue Anliegen einen Aufgabenwechsel verlangen, bevor die bisherige Arbeit abgeschlossen ist. Für das Programm «Psychosoziale Risiken» von SHR — Swiss Human Resources stellt sich eine präzise Führungsfrage: Wie lassen sich solche Übergänge organisieren, ohne eine vermeidbare Zersplitterung der Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten?
Was die Forschung belegt
Sophie Leroy (2009, Organizational Behavior and Human Decision Processes) zeigt experimentell, dass ein Teil der Aufmerksamkeit an einer vorherigen Aufgabe haften bleiben kann, insbesondere wenn diese noch nicht abgeschlossen ist. Dieser «Aufmerksamkeitsrest» kann die Leistung bei der nächsten Aufgabe beeinträchtigen. Zu einer anderen Aufgabe zu wechseln bedeutet somit nicht, gedanklich sofort für sie verfügbar zu sein.
Die erwartete Wiederaufnahme beeinflusst den Übergang
Sophie Leroy und Theresa Glomb (2018, Organization Science) zeigen, dass erwarteter Zeitdruck bei der Wiederaufnahme einer unterbrochenen Aufgabe diesen Aufmerksamkeitsrest begünstigt und die Leistung bei der eingeschobenen Aufgabe beeinträchtigt. Ihre Experimente deuten darauf hin, dass ein kurzer Plan zur Wiederaufnahme diese Effekte abschwächen kann. Der Mechanismus betrifft somit die erwartete Rückkehr ebenso wie die Unterbrechung selbst.

Der vorschnelle Schluss
Daraus könnte man ableiten, Unterbrechungen zu verbieten oder von allen mehr Konzentration zu verlangen. Die Studien rechtfertigen keine dieser pauschalen Empfehlungen: Ein Sicherheitshinweis, eine Produktionsabweichung oder eine dringende Anfrage können eine sofortige Reaktion erfordern. Entscheidend ist vielmehr, notwendige Unterbrechungen von organisatorisch aufschiebbaren zu unterscheiden und die Wiederaufnahme vorzubereiten, soweit die Situation dies erlaubt. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Was diese Daten nicht belegen
Diese Studien untersuchen Aufmerksamkeit und Leistung; sie belegen nicht, dass ein Plan zur Wiederaufnahme einem Burnout oder einer psychischen Erkrankung vorbeugt. Ihre Übertragbarkeit auf die Bedingungen einer Freiburger Werkstatt, eines Labors oder einer Verwaltungsstelle muss geprüft werden. In der Prävention ersetzt diese Praxis weder die Prüfung der Arbeitsbelastung noch jene der verfügbaren Mittel.
Eine überprüfbare Praxis in Freiburg
Ein Team in einem Lebensmittelbetrieb, einem zweisprachigen Industrieunternehmen oder einer Hochschulabteilung kann während zweier Wochen bei nicht dringenden Unterbrechungen eine Wiedereinstiegsnotiz testen: Stand der Arbeit, nächster Schritt und fehlende Information, in der jeweils passenden Arbeitssprache. Bei der Wiederaufnahme hält jede Person lediglich fest, ob sie rekonstruieren musste, was zu tun war; gemessen wird der Anteil solcher Wiedereinstiege im Vergleich zu einer gleich langen Ausgangsphase ohne neue Vorgabe. Die Auswertung erfolgt auf Teamebene, ohne individuelle Rangliste, und darf einen Sicherheitseinsatz niemals verzögern. Eine Verbesserung würde auf einen besser organisierten Übergang hindeuten, nicht auf eine nachgewiesene Verringerung psychosozialer Risiken. Weiterführend: entdecken Sie die Psychosoziale Risiken-Weiterbildung in Freiburg im Kanton Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Psychosoziale Risiken in Freiburg



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